Die Frühjahrssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Böblingen fand online statt. Berichte von Schuldekanin Ursula Ripp-Hilt und Petra Waschner über die Partnerschaft mit Burkina Faso sowie Infos zu Fundraising standen im Mittelpunkt.

Kreis Böblingen - Die fast 60 Delegierten der evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Böblingen haben sich am Samstagvormittag an ihren heimischen PCs zur Online-Synode versammelt. Fritz Röcker, Stellvertreter im Dekansamt, und Arnd Rehn, der Vorsitzende der Bezirkssynode, leiteten durch die Tagesordnung.

Der Religionsunterricht sei von den Einschränkungen seit März 2020 mehr betroffen als die Hauptfächer, berichtete Schuldekanin Ursula Ripp-Hilt. An vielen Grundschulen wurden aber wie in anderen Fächern auch Lernpakete für Religion für die Kinder zusammengestellt oder Online-Formate angeboten. „Im Präsenzunterricht fällt Religion aber aus organisatorischen Gründen zum Teil weg“, beklagt Ripp-Hilt. An den weiterführenden Schulen werden die Stunden häufig online gehalten. Allerdings fehle die persönliche Begegnung sehr. Das Wahrnehmen des einzelnen Schülers sei für Religion wesentlich und am Bildschirm nur eingeschränkt möglich.

Am Bild des Baumes erläuterte sie den Religionsunterricht. Den Stamm würden im Kirchenbezirk die 211 Lehrkräfte bilden, die sich aus staatlichen und kirchlichen Lehrern sowie Pfarrern zusammensetzen. Die Zweige sind die Religionsstunden an 65 Schulen, die ohne Pandemie zurzeit 977 Schulstunden in der Woche betragen würden. Die Blätter seien die 7420 Schüler. Jedes Kind hat gemäß dem Grundgesetz ein Recht auf religiöse Bildung, die durch den Unterricht vermittelt werden soll. Die Befähigung zur Mündigkeit in Glaubensdingen sei das Ziel.

Zudem gab Fritz Röcker bekannt, dass Pfarrer Markus Frasch als neugewählter Dekan des Kirchenbezirks und Nachfolger von Bernd Liebendörfer erst im Herbst sein Amt antreten werde. Der Grund dafür ist, dass die Renovierung des Pfarrhauses noch nicht fertiggestellt ist. Außerdem erhält jede Gemeinde ein Fundraising-Infopaket der Landeskirche .

50-jährige Partnerschaft des Kirchenbezirks mit Burkina Faso

Die 50-jährige Partnerschaft des Kirchenbezirks Böblingen mit evangelischen Kirchen in Burkina Faso sollte bereits im Oktober 2020 gefeiert werden. Acht Frauen und Männer aus Burkina wollten für drei Wochen aus Westafrika in die Gemeinden des Kirchenbezirks kommen, um die Kontakte zu vertiefen, berichtete Petra Waschner, die die kirchliche Erwachsenenbildung leitet. Zusammen mit Karin Feiler aus Maichingen und Mary Klos aus Altdorf koordiniert sie die Partnerschaft mit Burkina. Die Begegnung wurde wegen Corona auf Juni 2021 verschoben. Doch auch dieser Termin wird aus selbem Grund nicht möglich sein. Nun soll geklärt werden, ob Oktober 2021 in Frage kommt.

In Burkina Faso gelten auch Corona-Beschränkungen, aber die Pandemie hat sich bisher nicht so ausgebreitet wie befürchtet. Die akut größere Herausforderung sei eine Million Flüchtlinge, die aufgrund von islamistischen Terroranschlägen aus dem Norden in die Mitte des Landes gekommen ist. Mit 30 000 Euro unterstützte der Böblinger Kirchenbezirk im Jahr 2020 Hilfen für Flüchtlinge. Anfang Mai werden wieder 80000 Mangos aus Burkina Faso erwartet, die von den Kirchengemeinden verkauft werden. Mit dem erhofften Erlös von 140 000 Euro sollen wieder Schulen mitfinanziert werden.

Spendenbilanz des evangelischen Kirchenbezirks

Vor Kurzem fand auch die erste gemeinsame Onlineveranstaltung des evangelischen Kirchenbezirks mit dem kirchlichen Entwicklungsbüro (ODE) aus Burkina Faso statt. Jährlich werden hohe Summen aus dem Kirchenbezirk an die kirchlichen Partner in dem afrikanischen Staat gespendet. Statt der üblichen 130 000 Euro fiel die Weihnachtsgabe im letzten Jahr coronabedingt mit 85 000 Euro etwas geringer aus, heißt es in einem Pressebericht. Das Geld fließt in Projekte von Brot für die Welt in Burkina Faso, unter anderem in PARI-KN, ein Fünfjahresprogramm zur Ernährungssicherung für 36 Dörfer in zwei Regionen.

Pierre Kaboré aus Burkina Faso stellte die Fortschritte der letzten drei Jahre vor: Die 400 beteiligten Kleinbauern konnten mit einer Ernte von 1550 Tonnen Getreide eine Ertragssteigerung von 30 Prozent erwirtschaften. In zwei Gruppen mit 2415 Müttern werden Rezepte für ausgewogene Suppen für die Ernährung der Kinder erprobt. Die Fehlernährung ist bereits zurückgegangen.

Es wurden bereits sieben Gartenanlagen angelegt, die in Parzellen von 352 Kleinbäuerinnen und -bauern bewirtschaftet werden. Diese werden vom ODE geschult und begleitet. Banken haben an die Kleinbäuerinnen und -bauern Kredite in Höhe von 658 000 Euro vergeben, mit denen diese arbeiten können. Ein großer Erfolg seien die Sparkreise für Frauen. Geplant waren, dass sich 1000 Frauen beteiligen, jetzt sind es schon fast 3000. Darüber hinaus wurden mit den Dörfern Aktionspläne für Katastrophen erarbeitet und Frühwarnkomitees aufgebaut.

Zudem werden direkt mit dem ODE kleinere Projekten in Höhe von 35 000 Euro finanziert. Letztes Jahr wurde eine Ausbildung für Aidswaisen unterstützt und Nothilfe für vertriebene Christen geleistet. Für dieses Jahr ist die Finanzierung einer Brunnenbohrung und die Unterstützung einer Schule für Sehbehinderte geplant. Für die Finanzierung wird viel gespendet, und in den Weltläden werden getrocknete Mangos verkauft, schreiben die Verantwortlichen. Natürlich bilden die alljährlichen Mangotage im Kreis Böblingen eine große Unterstützung. 2021 sind sie in der ersten Maiwoche geplant.

Lesen Sie mehr zum Thema

Spenden Dekan