Syrien Militärchef der Hisbollah getötet

Von red/AP 

Die Hisbollah nennt ihn einen „großen Führer des Dschihad“ und sieht seinen Tod als Anreiz, den Kampf gegen Sunniten zu verstärken: Kommandeur Mustafa Badreddine war einer der führenden Köpfe der Schiiten-Miliz.

Trauer bei den Angehörigen: Adnan Badreddine (Mitte) weint um seinen getöteten Bruder, Kommandeur Mustafa Badreddine, der Militärchef der Hisbollah war. Foto: AP
Trauer bei den Angehörigen: Adnan Badreddine (Mitte) weint um seinen getöteten Bruder, Kommandeur Mustafa Badreddine, der Militärchef der Hisbollah war. Foto: AP

Istanbul - Die schiitische Hisbollah meldet den Tod ihres Militärchefs in Syrien. Kommandeur Mustafa Badreddine sei einer Explosion in Damaskus zum Opfer gefallen, teilte die radikalislamische Gruppe am Freitag in Beirut mit. Für die Hisbollah, die in Syrien an der Seite von Präsident Baschar al-Assad kämpft und ihn entscheidend stützt, ist es ein schwerer Schlag. Sie beschwor den weiteren Kampf gegen sunnitische Extremisten „bis zum Sieg“.

Wie und wann Badreddine genau zu Tode kam, blieb zunächst offen. Der Hisbollah nahestehende Sender Al-Majadeen hatte zunächst einen israelischen Luftangriff verantwortlich gemacht, zog den Bericht aber später zurück. Die Hisbollah erklärte, sie untersuche, ob die tödliche Explosion an einer Stellung in der Nähe des Internationalen Flughafens Damaskus von einem Luft-, Raketen- oder Mörserangriff herrühre. Bei der Detonation seien auch mehrere Menschen verletzt worden.

Wichtiger Faktor

Badreddine war seit einem tödlichen Attentat auf seinen Vorgänger Imad Mughnijeh 2008 - ebenfalls in Damaskus - der höchste Militärkommandeur der von Iran unterstützten Miliz und Berater von Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah. Ihm wurde die Idee zugeschrieben, an Assads Seite in den syrischen Bürgerkrieg einzugreifen und dort gegen die überwiegend sunnitischen Gegner des Präsidenten zu kämpfen. Diese Unterstützung seit 2013 gilt als wichtiger Faktor dafür, dass Assad sich so lange militärisch halten konnte.

Badreddine war unter mehreren Namen bekannt - darunter der Kampfname Sulfika sowie die Tarnnamen Elias Saab und Sami Issa - und galt als eine der schillerndsten Persönlichkeiten in der Schiiten-Miliz. Gegen ihn und drei weitere Angeklagte wird in Abwesenheit in Den Haag ein Prozess wegen des tödlichen Bombenanschlags auf den libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri 2005 geführt. Die Hisbollah bestreitet allerdings eine Verwicklung in das Attentat.

Badreddine wurde auch der Beteiligung an Bombenanschlägen auf die amerikanische und die französische Botschaft in Kuwait 1983 verdächtigt. Dort wurde er festgenommen, zum Tode verurteilt und jahrelang inhaftiert, bevor er 1990 nach der irakischen Invasion entkam.

Schlacht wird fortgeführt

Die Hisbollah würdigte Badreddine als „großen Führer des Dschihad“ und erklärte, er habe sich in den „Geleitzug der Märtyrer eingereiht, an ihrer Spitze sein Genosse und enger Freund Mughnijeh“. „Sein Märtyrertum wird ein Anreiz sein - so wie das verstorbener Kommandeure - für mehr Dschihad, Opfer und Kontinuität“, sagte Hisbollah-Minister Hussein Hadsch Hassan dem Hisbollah-Sender Al-Manar. Er habe gegen sunnitische Extremisten gekämpft, und diese Schlacht werde „fortgeführt, bis der Sieg erreicht ist“.

Von Israel, das von der Hisbollah als Erzfeind geführt wird, gab es zunächst keinen Kommentar. In den vergangenen 30 Jahren hat Israel immer wieder Spitzenvertreter der Miliz getötet, darunter 1992 Nasrallahs Vorgänger Abbas Musawi.