Zwei neue Locations in Stuttgart: Studio Amore und Ciao Amore
Der 42-Jährige ist in Deutschlands Hauptstadt längst ein gefragter Wirt. Jetzt kommt er für ein großes, gleich doppeltes, temporäres Gastspiel zurück in seine alte Heimat Stuttgart: mit einer Bar im Hotel am Schlossgarten und einer Pizzeria im Blockhouse in der Eberhardstraße.
Auch wenn der Stuttgarter 2019 seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin verlegt hat und dort mittlerweile drei Gastronomien und eine Kaffeerösterei betreibt, wird er nun häufiger in Stuttgart sein. Seine drei hiesigen Betriebe – das Paul & George im Leonhardsviertel, das Condesa am Marienplatz sowie die Sattlerei in der Tübinger Straße – laufen nach wie vor gut, nach den harten Corona-Jahren geht sein Blick nach vorn. Und das mit zwei neuen Projekten: dem Studio Amore und dem Ciao Amore, beides Interimsobjekte mitten in der Stadt.
Der Architekt Janusch Munkwitz weiß, dass es gut ist, wenn Gebäude nicht einfach leer stehen. Schließlich müssen sie regelmäßig beheizt werden, damit kein Schimmel entsteht. So führt er durch ein Interims-Traumobjekt: das Hotel am Schlossgarten. Interieur-Aficionados und Fans der 1960er Jahre kommen in den leer stehenden Räumlichkeiten aus dem Staunen nicht heraus: Die großzügige Eingangshalle oder die ehemalige, entkernte John-Cranko-Lounge samt Bar. Wer den schönen Treppenaufgang erklommen hat, entdeckt noch mehr Räume für Empfänge und Feiern, Kunst und Kultur. Die Staatstheater haben schon Interesse bekundet.
Munkwitz zeigt, wie gut alles erhalten ist, selbst die goldenen Wasserhähne in den Toiletten. „Das sind Räumlichkeiten, bei deren Anblick man Gänsehaut bekommt“, schwärmt der Gastronom.
Besondere Beziehung zum Gebäude
Max Benzing, Sohn von Stephanie Benzing (ehemals Café Scholz) und Martin Benzing (Merz & Benzing), verbindet sehr viel mit dem Ort. Kaum ein Stuttgarter kennt ein Fünf-Sterne-Haus von innen, Benzing aber hat hier von 2011 bis 2014 seine Ausbildung als Koch in der Zirbelstube gemacht. Die Küche ist längst entkernt, das markante Zirbenholz in den Stuben noch vorhanden. Überhaupt: Das besondere Hotel mit direktem Zugang zur Tiefgarage hat keinen Dornröschenschlaf bis zu seiner geplanten Wiedereröffnung im Sommer 2025 verdient.
Zunächst soll es von Donnerstag bis Samstag Barbetrieb geben. Der Name des Hotelprojektes lautet „Studio Amore“, „aus Liebe zur Stadt und zu dem speziellen Ort“, wie Munkwitz erklärt. Die Räumlichkeiten haben viel Potenzial für Kunst und Kultur, für Live-Musik und DJs. Denkbar ist vieles, wie etwa auch Food-Trucks auf den Flächen vor und neben dem Hotelgebäude. Der Vertrag läuft erst mal für ein paar Monate, dann sieht man weiter. Die Mieter würden natürlich gerne Weihnachten und Silvester an diesem besonderen Ort feiern.
Krasseste Kündigungsfrist war fünf Stunden
Dass es manchmal länger geht, als geplant, hat Munkwitz schön öfter erlebt: das Condesa am Marienplatz war als temporäres Café geplant. Munkwitz arbeitete im Rocker 33, dem wohl bekanntesten Interims-Objekt der Stadt. Das Bergamo, das er vor Jahren verkauft hat, war ursprünglich auf sieben Monate avisiert. Legendär auch, als er 2014 das Fangelsbacher Eck bespielte. Vertraglich gab es eine Kündigungsfrist von fünf Stunden.
Ab dem 1. April werden Munkwitz und Benzing zudem in der Eberhardstraße, im ehemaligen Steak-Blockbuster Blockhouse, eine neapolitanische Pizzeria eröffnen. Der Name: Ciao Amore. Sie arbeiten mit Mangiare Berlin aus der Foodhalle in Moabit zusammen und suchen noch „Pizzaiolos“, also Pizzabäcker, die sie für zwei Monate in Berlin weiterbilden. Es wird natürlich Pizza und Arancini, frittierte, gefüllte Reisbällchen, geben und ein Familienzimmer mit Spielsachen und Kino. Die Ideen gehen Munkwitz nicht aus. Im Gegenteil. Könnte gut sein, dass ihm auf einer der anstehenden Zugfahrten schon wieder etwas Neues einfällt.