Droht Donald Trump immer nur und kneift am Ende? Die plötzliche Waffenruhe mit dem Iran bringt das Akronym „TACO“ zurück – doch diesmal könnte es auch schiefgehen.

Wer aktuell die Nachrichten und die Börsenkurse verfolgt hat, kam an einem Begriff kaum vorbei: TACO. Nein, es geht hier nicht um mexikanisches Essen, sondern um ein Akronym, das an der Wall Street und in der Politik gerade wieder Hochkonjunktur hat.

 

„TACO“-Waffenruhe im Iran

Kurz vor Ablauf seines Ultimatums am 8. April 2026 hat US-Präsident Donald Trump eine überraschende Kehrtwende hingelegt. Nachdem er zuvor noch drastisch und teilweise vulgär mit der völligen Zerstörung der iranischen Infrastruktur gedroht hatte, verkündete er rund 90 Minuten vor der Deadline eine zweiwöchige Waffenruhe.

Vermittelt durch Pakistan, hat Teheran im Gegenzug eine vorübergehende Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus angekündigt. Die Folge? Aufatmen an den Märkten, ein deutlicher Rückgang der Ölpreise und steigende Börsenkurse.

Die Probleme in der Straße von Hormus scheinen noch nicht endgültig gelöst. Foto: Nasa/dpa

Wofür steht TACO bei Trump?

Genau hier kommt „TACO“ ins Spiel. Die Abkürzung steht für „Trump Always Chickens Out“ (auf Deutsch in etwa: „Trump kneift am Ende immer“). Geprägt wurde der Begriff im Mai 2025 von einem Kolumnisten der Financial Times.

Ursprünglich bezog sich das Akronym auf Trumps Handelspolitik: Er kündigte drastische Zölle an, die Börsen brachen ein, und sobald der wirtschaftliche Druck zu groß wurde, ruderte er zurück. Clevere Investoren machten daraus den sogenannten „TACO-Trade“: Aktien im Tief einkaufen und nach Trumps Rückzieher mit Gewinn wieder abstoßen – zum Teil angeblich auch mit Insider-Informationen.

Klassischer TACO-Moment im Iran?

Dass der Begriff nun im Kontext des Iran-Konflikts wieder auftaucht, ist kein Zufall. Trumps Vorgehen im Nahen Osten zeigt für viele Beobachter ein ähnliches Muster: Maximale Eskalation und drastische Drohungen, gefolgt von einem plötzlichen Einlenken, sobald die wirtschaftlichen Konsequenzen – wie explodierende Öl- und Benzinpreise – spürbar werden und seine Wähler belasten. Für Analysten ist die hastig vereinbarte Waffenruhe und die bevorstehende Verhandlungsrunde in Islamabad daher ein klassischer „TACO“-Moment.

Ob diese Strategie am Ende zu einem dauerhaften Frieden führt oder nur eine kurze Atempause vor der nächsten Eskalation ist, werden die kommenden zwei Wochen zeigen. Bis dahin bleibt „TACO“ wohl das Lieblingswort der Börsianer.

Kriegsende einfach so per „TACO“?

Beobachter gehen allerdings von anhaltend hohen Ölpreisen aus, solange sich der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nicht normalisiert und womöglich sogar Lösegeld verlangt wird. Im Vorfeld hatten Analysten es für unwahrscheinlich erklärt, dass der Iran-Krieg einfach so per „TACO“ beendet werden kann.

Möglicherweise müssen andere Länder noch eine Marine-Mission aufstellen, um die Lage wirklich vor Ort zu stabilisieren. Denn das Völkerrecht garantiert eine freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus, und alles andere wäre für die internationale Gemeinschaft und die Weltwirtschaft wohl inakzeptabel. Auch eine Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen den USA und Iran ist möglich.