Tänzerin Sandra Wurster über "Schools get Funky" "Mein Schul-Projekt bewegt Kinder"

Tanz-Pädagogin Sandra Wurster freut sich, dass sie mit ihrem Schul-Projekt Schools get Funky Kinder bewegt - körperlich und emotional. Foto: privat
Tanz-Pädagogin Sandra Wurster freut sich, dass sie mit ihrem Schul-Projekt "Schools get Funky" Kinder bewegt - körperlich und emotional. Foto: privat

In ihren Kursen Leidenschaft zu vermitteln, liegt Tanz-Pädagogin Sandra Wurster besonders am Herzen. Wir haben uns mit der 25-Jährigen getroffen und über ihr Herzensprojekt "Schools get Funky" geplaudert, das Kids wieder Bock auf Schule machen soll.

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)
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Stuttgart - Sandra Wurster tänzelt zielstrebig, leidenschaftlich und mit Power durchs Leben. Sie ist ein rastloses Energiebündel, eine junge Frau, die schon früh auf eigenen Beinen stand. Neben ihrer eigenen Tanz-Akademie "get Funky", rief sie den Mode-Blog "Ugly but sexy" und nun auch das Schul-Projekt "Schools get Funky" ins Leben. Gerade letzteres löst in der 25-Jährigen aus Feuerbach pure Emotionen aus. Wenn sie über das Schul-Projekt redet, bekommt sie Gänsehaut und feuchte Augen. Es sei ein Herzensprojekt, "das mir so viel zurückgibt", betont sie. "Die Kids blühen in meinen Kursen auf, werden selbstbewusster und haben wieder Spaß an Schule."

Energy, Elan, Emotionen

Zurück auf Anfang. Begonnen hatte die Zusammenarbeit mit Schulen bereits vor fünf Jahren, erinnert sich Sandra. "Da meine Tanz-Kurse damals immer am Abend stattfanden, hatte ich den Tag über Zeit und ich wollte diese nutzen. Ganz nach dem Prinzip: Ich bin jung und brauche das Geld, habe ich mich da in etwas hineingestürzt, ohne genau zu wissen, was mich erwartet." Und sie gibt zu: Zu diesem Zeitpunkt hat mir aber die Leideschaft dafür gefehlt. "Die Kinder mussten mir zeigen, was sie wollen und brauchen. Und daraus hat sich 'Schools get Funky' entwickelt - fünf Jahre lang, um so zu werden, wie es heute ist." 

Hinzu sei eine persönliche Weiterentwicklung der Tanzpädagogin gekommen. "In den letzten zwei Jahren bin ich viel sensibler geworden und eindeutig nicht mehr der harte, toughe Tanz-Coach, der ich lange versuchte zu sein. Und durch diese emotionale Seite, die sich immer mehr zeigte, habe ich gemerkt, was für eine Gabe es ist, mit deinem Talent, deiner Kunst nicht nur dich selbst, sondern auch andere Menschen, zum Scheinen zu bringen." 

Eine Erkenntnis, die nicht nur Sandra, sondern auch den Kids zugute kam. "Auf einmal war da so eine krasse Energy im Raum. Mir wurde klar, was ich den Kids mitgeben kann." Und weil die 25-Jährige als Außenstehende in die Schule kommt, bringt sie sprichwörtlich neuen Schwung in den Alltag der Schüler. Da werde "der kleine Ali", der sonst eher unbeliebt sei, zum gefeierten Oberchecker. "Weil er meinen Kurs rockt und ich ihn dafür natürlich lobe."  

Tanz spiele für Sandra bei diesem Projekt aber eigentlich eine Nebenrolle, "auch wenn es für mich die schönste und kreativste Form Sport zu machen ist. Doch im Grunde geht es um Leidenschaft, auch oder gerade als Pädagoge für eine Sache zu brennen. Die Kids spüren diese Leidenschaft und werden mitgerissen. Und plötzlich hat das Leben einen Sinn."

Natürlich verbessere der Tanz auch das Rhythmusgefühl der Kinder, doch plötzlich gehe es dabei vor allem um Spaß an der Sache. Deshalb muss es unbedingt, wenn es nach Sandra geht, diese Ergänzung zu den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch geben. "Sogenannte Kunst-Fächer sind so wichtig, damit die Kids Raum bekommen, ihre Neugier, Talente und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Doch leider kommt das an vielen Schulen viel zu kurz."

Mehr Liebe zum Tanz

Aktuell arbeitet die Tanzpädagogin verstärkt im Hallschlag, in der Carl-Benz-Schule und der Altenburgschule - Schulen, wo viele Nationalitäten aufeinander treffen und Inklusion ein Thema ist. Ansonsten sei sie noch an zwei Schulen in Möhringen und Korntal tätig und habe ständig Anfragen für Workshops. "Ich würde 'Schools get Funky' in Zukunft gerne ausbauen." Die Nachfrage sei da und groß. "Weil ich als 'Ein-Frau-Unternhemen' aber sehr busy bin und selbst immer wieder versuche, das Bestmögliche aus mir und meinen Schülern herauszuholen, kostet mich das Ganze viel Energie. Deshalb will ich in Zukunft besser planen." Da kämen Seminare ins Spiel, die würde Sandra, gerade weil sie nicht überall gleichzeitig sein kann, Erziehern und Pädagogen anbieten, um ihr Wissen und ihre Ideen weiterzugeben. 

Dies tun zu können macht die modebegeisterte Tänzerin sehr dankbar und glücklich. "Dass ich diese Liebe zum Tanz und zur Musik Kindern vermitteln kann, sie damit berühre und ihren kreativen Geist wecke, gibt mir so viel."

Einen Traum habe sie dennoch, und zwar irgendwann mal mit allen Schulen gemeinsam, mit denen die Powerfrau bereits zusammengearbeitet hat, ein großes Musical auszuführen - "bei dem die unterschiedlichsten Menschen, Musikrichtungen und Klischees aufeinander treffen. Das wäre atemberaubend." 

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