Täter stiegen durch ein Gehege Einbrecher stehlen Spendengelder aus Esslinger Tierheim

Bei dem Einbruch kam kein Tier zu Schaden. Foto: /Franziska Kraufmann 11 Bilder
Bei dem Einbruch kam kein Tier zu Schaden. Foto: /Franziska Kraufmann

In der Nacht auf Donnerstag sind Unbekannte in das Tierheim Esslingen eingebrochen und haben Spendengelder gestohlen. Die Tat passt in eine Einbruchsserie, bei der mehrere Tierheime im Land ausgeräumt wurden.

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Esslingen - Unbekannte Täter sind in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in das Verwaltungsgebäude des Esslinger Tierheims eingebrochen. Wie David Koch, der Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins mitteilte, waren die Einbrecher wohl auf der Rückseite des Gebäudes über einen Zaun geklettert, hatten dann ein Schildkrötengehege durchquert und eine Terrassentür eingeschlagen, die zu den Büros führt. „Im Inneren haben die Täter alle Räume durchsucht und die Schränke geöffnet“, berichtete Koch. Es seien eine Tageskasse und eine Spendendose gestohlen worden, wie viel Geld fehle, wisse man noch nicht. Außerdem sei unklar, ob noch mehr Wertgegenstände gestohlen worden seien. Tiere kamen nicht zu Schaden.

Am vergangenen Mittwoch gegen 18.32 Uhr hatte der letzte Mitarbeiter das Tierheimgelände verlassen, entdeckt wurden die Einbruchspuren am Donnerstagmorgen gegen 7.30 Uhr. „Ich habe mich noch gewundert: Wer hat denn meinen Schrank durchsucht“, sagte der Tierheimleiter Horst Theilinger. Dann habe er gesehen, dass die Kasse aufgebrochen sei. „Wir hatten schon fast erwartet, dass es uns irgendwann treffen wird“ , sagte die stellvertretende Vorsitzende Ute Handke. Vor drei Wochen habe es einen Einbruchsversuch gegeben. Damals hatten Unbekannte die Tor-Schließanlage an der Vorderseite des Geländes beschädigt, es sei jedoch niemand in die Gebäude gelangt. „Wir haben daraufhin die Sicherheitsmaßnahmen erhöht“, sagte Koch. „Allerdings nur auf der Vorderseite zur Straße hin.“

Ganze Reihe von Einbrüchen im Land

Der Fall passt in eine ganze Reihe von Tierheim-Einbrüchen in Baden-Württemberg. Die erste Tat ereignete sich in der Nacht vom 15. auf den 16. August. Unbekannte drangen in das Tierheim in Reutlingen ein. Laut Polizei folgten acht weitere Einrichtungen im ganzen Land. Michael Schaal, der Sprecher des auch für Esslingen zuständigen Polizeireviers Reutlingen, bestätigte: „Wir müssen davon ausgehen, dass es sich um dieselben Täter handelt – das war derselbe Modus Operandi.“ Auch bei den anderen Tierheim-Einbrüchen hätten es die Täter nur auf Bargeld abgesehen, den Tieren sei nie etwas passiert.

Bei den Mitarbeitern und den Vereinsmitgliedern herrscht absolutes Unverständnis. „Uns fehlt wegen Corona ohnehin schon so viel Geld. Das ist echt erbärmlich“, schimpfte Manuela Eberspächer, die im Vorstand für Tierheimangelegenheiten zuständig ist. Im ersten halben Jahr hätten wegen der Pandemie 60 000 Euro gefehlt. „Man muss sich das mal vorstellen, das waren alles Spendengelder, die gestohlen wurden. Da haben teilweise ältere Leute ihre letzten Kröten abgegeben – und dann wird das geklaut.“

Für Handke ist das Wichtigste, dass es den Tieren gut geht. Trotzdem ärgert sie sich: „Es ist ja nicht nur so, dass uns Geld gestohlen wurde. Wir müssen jetzt auch in die Sicherheit des Geländes investieren. Und das wird teuer.“ Sie hofft darauf, dass die Esslingerinnen und Esslinger das Tierheim unterstützen. „Die Vereine sind ohnehin durch Corona knapp bei Kasse.“ Die Spendenseite des Tierheims Esslingen finden Sie hier.




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