Tag der Arbeit im Rems-Murr-Kreis So kreativ waren Vereine und Veranstalter

In Althütte sieht der Maibaum dieses Jahr etwas anders aus. Foto: Gottfried Stoppel
In Althütte sieht der Maibaum dieses Jahr etwas anders aus. Foto: Gottfried Stoppel

Ein Drive-By-Ständchen, ein Maibaum zum Selberschmücken und ein Autokino: Trotz der Einschränkungen wegen des Coronavirus gaben sich die Organisatoren Mühe, den 1. Mai zu etwas Besonderem zu machen.

Rems-Murr: Phillip Weingand (wei)
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Rems-Murr-Kreis - Im Zuge des Corona-Infektionsschutzes sind am Freitag die traditionellen Maifeste und Maibaumaufstellungen zum allergrößten Teil ausgefallen. An vielen Orten zeigten sich Verwaltungen und Vereine aber erfinderisch, wenn es darum ging, den Feiertag trotz allem zu etwas Besonderem zu machen.

Am evangelischen Kindergarten in Althütte zum Beispiel war ein kleines Bäumchen aufgestellt – dieses war zwar lange nicht so hoch wie ein sonst üblicher Maibaum. Doch das hatte einen Grund: Kinder und Eltern waren eingeladen, den Baum mit bunten Bändern, guten Wünschen und selbst gebastelten Blumen zu schmücken. Alle nacheinander und mit genügend Abstand, selbstverständlich.

Ein Ständchen aus dem Auto in Burgstetten

Die vielleicht kreativste Aktion im Kreis hatte sich der Musikverein Burgstetten ausgedacht. Auf einem Online-Video ist zu sehen, wie die Mitglieder – jedes für sich beziehungsweise im Familienverband – sich aufmachen zu einem Maibaumaufstellen der besonderen Art. Zwar ist das Bäumchen, das aufgestellt wird, auch hier etwas kleiner als gewöhnlich. Aber um den Auflagen gerecht zu werden, kommen alle Musikanten mit dem Auto – und bleiben auch dort. Sein Ständchen spielt der Verein aus Kofferräumen und offenen Cabriodächern heraus, vom Trecker herab und im Schiebedach stehend. Anderorts wurden Maibäume aufgestellt, aber auf große Feiern verzichtet.

Da in Auenwald das eigentlich geplante Kinder-Natur-Erlebnisfest ausfallen musste, wurde an der Auenwaldhalle ein Autokino eingerichtet. Den Auftakt machte „Das perfekt Geheimnis“, am Samstag und Sonntag folgen die Filme „Aladdin“ und „Ich war noch niemals in New York“. Tickets gibt es über die Webseite www.auenwald-veranstaltungen.de

Viele Maischerze fielen dieses Jahr ebenfalls anders aus – vielleicht auch, weil das sonst als Scherzartikel allseits beliebte Klopapier dieser Tage ein hochbegehrtes Gut ist. Der Skulptur „Der Ausländer“ zum Beispiel, die in Korb auf dem Seeplatz steht, haben Unbekannte einen Mundschutz mit der Aufschrift „Wo isch Mai Baum“ verpasst.

In Schorndorf tauchen etliche Palmen auf

Eine Überraschung gab es auch in Schorndorf: In der Innenstadt tauchten plötzlich statt eines einzelnen Baumes etliche eingetopfte Palmen auf und verbreiteten südlandisches Flair. Auf Facebook verliehen viele Schorndorfer ihrer Begeisterung über die Aktion Ausdruck.

Im Vorfeld des Feiertags lautete die große Frage, ob sich die Menschen angesichts des Feiertages und seiner Traditionen über die Vorschriften zum Infektionsschutz hinwegsetzen könnten – immerhin hatte es in der Vergangenheit bei beliebten Treffpunkten wie dem Hanweiler Sattel in Korb oder dem Fellbacher Kappelberg regelrechte Massenaufläufe gegeben.

Tatsächlich waren auf den Wegen einige Wanderer und Spaziergänger zu sehen. Aber vorschriftswidrige Hocketsen fanden offensichtlich nicht statt, die meisten Menschen hielten sich an das Kontaktverbot. Verstöße dagegen seien „nicht bekannt“, teilte ein Polizeisprecher am späten Nachmittag mit.




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