Tag der Deutschen Einheit „Nizza-Sperren“ und GSG 9 in Dresden

Von red/dpa 

Bisher gebe es keine Hinweise auf einen Terrorakt, doch nach den Anschlägen in Dresden ist das Sicherheitskonzept für die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in der Stadt so streng wie nie.

In Dresden finden die Feierlichkeiten zu Tag der Deutschen Einheit unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Foto: dpa-Zentralbild
In Dresden finden die Feierlichkeiten zu Tag der Deutschen Einheit unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Foto: dpa-Zentralbild

Dresden - Feiern unter Polizeischutz: Der Tag der Deutschen Einheit in Dresden wird abgesichert wie noch nie. Wenngleich die sächsische Polizei nach eigenen Aussagen bisher keine Hinweise auf einen terroristischen Anschlag hat, wird eine solche Möglichkeit bei der Planung zumindest in Betracht gezogen.

2600 Polizisten bei dreitätigem Fest

Dresdens Polizeichef Horst Kretzschmar stellte am Dienstag Details des Einsatzes vor. Demnach werden 2600 Polizisten das dreitätige Fest absichern, darunter ein Spezialkommando der sächsischen Polizei und Teile der Eliteeinheit GSG 9. 1400 Betonsteine sollen als „Nizza-Sperren“ ein Attentat wie das im Juli in der französischen Mittelmeerstadt verhindern. Sie blockieren Zufahrtswege zu Schauplätzen der Feiern.

Das Sicherheitsgefühl in Deutschland habe sich verändert und sei nicht mehr so stabil wie noch vor fünf Jahren, sagte Kretzschmar. Ereignisse wie die Sprengstoffanschläge in Dresden in der Nacht zum Dienstag würden das nicht besser machen. Nach den Vorfällen schalte man nun sofort in den „Einsatz-Modus“. Das heißt: Viele für das Einheitsfest geplanten Sicherheitsvorkehrungen gelten bereits.

Kein Rucksackverbot

So kann die Polizei an bestimmten Orten Dresdens Personen jederzeit kontrollieren. Um die Protokolltermine mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundespräsident Joachim Gauck und anderen Repräsentanten abzusichern, werden 3,8 Kilometer Gitter aufgestellt. Viele Polizisten sind zivil unterwegs.

Dresden rechnet am Samstag, Sonntag und Montag mit jeweils 250 000 Besuchern. Ein Rucksackverbot gibt es nicht. Allerdings bat die Polizei die Gäste darum, auf größere Tragetaschen zu verzichten.