Für rund 500.000 Euro wurde das Bürgeramt in den letzten Monaten modernisier und digitalisiert. Unter anderem gibt es nun abgetrennte Schalter im neu gestalteten Servicebereich. Dadurch ist die Atmosphäre persönlicher.

Esslingen - Das Bürgeramt der Stadt Esslingen in der Beblingerstraße ist aufgrund der Corona-Pandemie bereits seit Monaten nur für Besucher mit Voranmeldung geöffnet. Im Inneren des Gebäudes hat sich in dieser Zeit Wesentliches getan. Mehr als vier Monate lang haben Handwerker und Techniker den Brandschutz auf einen aktuellen Stand gebracht, die Akustik verbessert, den Empfangs- und Wartebereich komplett umgebaut und die Arbeitsplätze der Beschäftigten an zeitgemäßen Standards ausgerichtet. Nicht zuletzt aber wurde die Technik dahingehend erneuert, dass künftig große Schritte hin zur weiteren Digitalisierung der Verwaltung möglich sind.

 

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die Stadt Esslingen in ihrem Bürgeramt in der Beblingerstraße den Weg hin zur modernen Dienstleistung im Zeichen der Digitalisierung der Verwaltung geöffnet. Jochen Schilling, Leiter des städtischen Ordnungsamts, sieht die rund 500 000 Euro, die bei der Sanierung und Modernisierung verbaut worden sind, gut angelegt. „Ziel war es, ein Bürgeramt zu schaffen, in dem freundlich, kompetent und schnell bedient werden kann und in dem den Bürgern alle Dienstleistungen angeboten werden können. Was wir baulich und technisch auf den Weg gebracht haben, kann sich sehen lassen.“

Wesentliche Aspekte einer modernen Verwaltung erfüllt

Bürgermeister Yalcin Bayraktar sieht mit dem neuen Bürgeramt einen wesentlichen Aspekt einer modernen Verwaltung erfüllt. „Die Anforderungen an ein Bürgeramt werden bunter und vielfältiger. Unser Bürgeramt soll künftig das Gesicht der Stadt sein, die erste Anlaufstelle bei allen Anliegen der Bürger“, beschreibt er.

Die notwendigen Modernisierungen stellten die Planer und Fachhandwerker vor Herausforderungen. „Wir haben das ganze Haus bei laufendem Betrieb einmal auf links gedreht“, fasst Oliver Wannek, der technische Leiter des städtischen Gebäudemanagements, die Arbeiten zusammen. Viele kleine und auch größere Defizite mussten beseitigt werden. Der Brandschutz wurde optimiert, die Akustik, die zuvor aufgrund der offenen Struktur des Wartebereichs Besuchern wie Beschäftigten einiges an Lärmtoleranz abverlangte, wurde durch den Einbau schallschluckender Elemente verbessert.

Der bislang offene Servicebereich, der ein wenig an eine unpersönliche Schalterhalle erinnert hatte, wurde neu gestaltet. Dort finden sich nun abgetrennte Schalter, die Beratungen in einer geschützten und persönlichen Atmosphäre erlauben. Durch den Ausbau der Informationsinfrastruktur schließlich ist es nun künftig möglich, wesentliche Aufgaben der Verwaltung digitalisiert und damit schnell, kostengünstig und für die Bürger leicht handhabbar zu erledigen.

Selbstbedienungsterminals aufgebaut

Dafür werden noch Selbstbedienungsterminals aufgebaut, an denen die Bürger die meisten ihrer Anliegen bis hin zur Beantragung von Ausweisen, einschließlich der Aufnahme und Einarbeitung von biometrischen Fotos und von Fingerabdrücken, selbst erledigen können. „Da geht es nicht um Personaleinsparung. Die Stadt wächst, die Aufgaben nehmen zu und werden vielfältiger. Es ist sinnvoll, mit Hilfe der Digitalisierung die Bürger und die Verwaltung da zu entlasten, wo immer es geht“, betont Bayraktar.

Für Pia Horst, Abteilungsleiterin Bürgerservice, birgt das modernisierte Bürgeramt Vorteile. Allein die Erweiterung der Zahl der Beratungsschalter auf nunmehr neun bringe Entspannung für die Beschäftigten. Überdies sei durch die Neugestaltung der Arbeitsplätze mehr Diskretion für die Besucher und mehr Sicherheit für die Mitarbeiterinnen möglich. „Dazu sind die aktuellen Standards für Licht, ergonomische Arbeitsplätze und Lärmschutz, also für die Arbeitsgesundheit beachtet worden“, erzählt sie. Doch auch in einem modernisierten Bürgeramt funktioniere nichts ohne engagierte Beschäftigte, stellt Horst klar. „Die Motivation ist enorm hoch.“ Dies hebt auch Bayraktar hervor. „Wir werden im Lauf des Jahres sehen, welche Prozesse wir noch optimieren können. Aber auch dank dieses Engagements sind wir optimistisch, dass wir zum Ende des Jahres sehr gut aufgestellt sind.“