Tag der offenen Tür in Herrenberg Mit den Honigbienen auf Du und Du
Die Herrenberger Bezirksbienenzüchter werden 150 – und feiern das. Beim Tag der offenen Tür gibt es Infos über Honig, aber auch über Gartengestaltung und vieles mehr.
Die Herrenberger Bezirksbienenzüchter werden 150 – und feiern das. Beim Tag der offenen Tür gibt es Infos über Honig, aber auch über Gartengestaltung und vieles mehr.
Bei warmen Temperaturen und gutem Wetter ist das Summen und Brummen nicht zu überhören. Dann herrscht bei den Bienenvölkern auf dem Gelände des Herrenberger Bezirksbienenzüchterverein reger Betrieb an den Fluglöchern der Stöcke. Und wenn Herbert Czernotzky, der seit 2018 Vereinsvorsitzender ist, einen der Honigrahmen herausnimmt, bringt das die Bienen nicht aus der Ruhe.
Dass er dies ohne Schleier oder sonstige Schutzausrüstung machen kann, ist der sorgfältigen Zuchtauswahl zu verdanken. Die Sanftmütigkeit der Tiere sei eines der Hauptziele ihrer Zucht mit der Rasse Carnica, erklärten Czernotzky und Vereinskassier Thomas Weimer bei einem Pressetermin.
Weitere spannende Einblicke in die Welt der Bienen und die Imkerei gibt es am Sonntag in einer Woche, am 30. Juni. Dann öffnet der Bezirksbienenzuchtverein von 11 bis 18 Uhr erneut die Pforte zu seinen Lehrbienenstand. Der Tag der offenen Tür ist auch Teil „Gläsernen Produktion“ im Kreis Böblingen. Bei dieser Veranstaltungsreihe können Verbraucher die heimische Landwirtschaft und die nachgelagerte Ernährungswirtschaft kennenlernen.
Ab 12.30 Uhr erklären erfahrene Imker an jenem Sonntag also allen interessierten großen und kleinen Gästen jede Stunde am offenen Bienenstock alles Wissenswerte zum Leben der Honigbienen. Außerdem können die Gerätschaften, die Imker bei der Honiggewinnung benötigen, besichtigt und ein Bienenvolk hinter Glas beobachtet werden.
Auch wem es eher die rund 580 in Deutschland vertretenen wilden verwandten Arten der Honigbienen angetan haben, erfährt beim Bienenlehrstand viel Wissenswertes. Ab 13 Uhr findet zu jeder vollen Stunde eine Führung durch den 2022 fertiggestellten Wildbienengarten statt. Tipps für bienenfreundliche einheimische Blühsträucher und mehrjährige Stauden als Nahrungspflanzen gibt es dort.
Es werden aber auch Anregungen gegeben, wie ein Garten zu einem wertvollen Lebensraum für Bienen, andere Insekten sowie für Amphibien werden kann. Gestaltungsmöglichkeiten mit Totholz, einem kleinen Schutthaufen oder mit einer sandigen Ecke mit Kräutern, die für die Vielzahl der bodenbrütenden Wildbienen Lebensraum bietet, werden vorgestellt.
Die Veranstaltung, bei der das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt – auf der Speisekarte stehen unter anderem Zander im Bierteig, Steak, Wurst sowie Kaffee und Kuchen – und es zudem für Kinder ein Bastelprogramm und ein Bienenquiz gibt, ist gleichzeitig die Jubiläumsfeier des Vereins. Denn dieser wurde Anfang 1874 und damit vor 150 Jahren gegründet.
Insbesondere in den letzten eineinhalb Jahrzehnten war die Entwicklung erfreulich. Während die Mitgliederstatistik 2008 noch 97 Mitglieder auflistete, sind es aktuell 238. In diesem Zeitraum stieg auch der Frauenanteil von rund sechs auf inzwischen gut 20 Prozent. Genau 1562 Völker bewirtschaften die Vereinsmitglieder aktuell – knapp doppelt so viele wie im Jahr 2008. Diese Entwicklung führt Czernotzky auf die verstärkt geführte öffentliche Debatte um das Bienen- und Insektensterben zurück. Auch die bis 2022 steigenden Teilnehmerzahlen bei den seit 2011 vom Verein durchgeführten Kursen für Neu-Imker spiegeln diesen Trend wider.
Das Gelände des Vereins ist nicht direkt mit dem Auto erreichbar. Für die auf diese Weise anreisenden Gäste wird daher empfohlen, auf dem Parkplatz beim Herrenberger Waldfriedhof zu parken. In fünf bis zehn Minuten geht es von dort aus zu Fuß zum Lehrbienenstand.