Tag des Artenschutzes Diese Tiere sind in Baden-Württemberg bedroht

Feldhamster sind, so wie viele andere Tierarten, in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht. Foto: dpa/Uwe Anspach
Feldhamster sind, so wie viele andere Tierarten, in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht. Foto: dpa/Uwe Anspach

Feldhamster, Auerhuhn und Sumpfschildkröte sind Beispiele für Tierarten, die in Baden-Württemberg bedroht sind. Einige wenige Tiere haben sich mittlerweile wieder erholt – sie bleiben jedoch in der Unterzahl.

Stuttgart - Die Liste der bedrohten Arten in Baden-Württemberg ist lang. Und sie schließt Säugetiere und Vögel, aber auch Pflanzen sowie Insekten mit ein, wie Martin Klatt vom Naturschutzbund (Nabu) erläutert. „Um den Feldhamster machen wir uns sehr große Sorgen“, betont Klatt. Die kleinen Nagetiere gebe es nur noch im Nordwesten des Landes und sie seien akut vom Aussterben bedroht. Ähnlich steht es auch um verschiedene Fledermausarten wie die Mopsfledermaus oder die große Hufeisennase. Diese sind dem Artenschutz-Experten zufolge in Baden-Württemberg ebenfalls stark gefährdet. Aber auch vielen Vogelarten gehe es schlecht. „Vor 80 bis 70 Jahren haben Auerhühner im ganzen Schwarzwald gelebt“, sagt Klatt. Heute gebe es nur noch zersplitterte Bestände im Norden und Süden dieser Region.

Weniger Vielfalt in der Landschaft bedroht Feldvögel

Auch vom Rebhuhn seien nur noch etwa drei Prozent des Bestandes von vor 30 bis 40 Jahren übrig. Solche Feldvögel, wozu auch der Kiebitz oder die Feldlerche zählen, werden Klatt zufolge insgesamt immer seltener. „Die intensive Landnutzung und die mangelnde Vielfalt in der Landschaft führen dazu, dass Arten mit besonderen Ansprüchen nach und nach verschwinden“, erläutert er. Der Kiebitz leide zum Beispiel darunter, dass immer mehr Flächen entwässert werden. Außerdem würden auf den Feldern oft Hecken und Hölzer entfernt, die für die Vögel wichtig sind.

Lesen Sie hier: Eingewanderte Tiere – Harmlos oder schädlich? (Plus-Angebot)

Einige Reptilienarten wie die Europäische Sumpfschildkröte oder verschiedene Kröten und Frösche sind ebenfalls fast völlig verschwunden. Und auch der Bestand der Lachse und Aale bereiten dem Umweltschützer große Sorgen: „Beide Arten leiden darunter, dass sie die Gewässer nicht durchgehend durchschwimmen können“. Oft würden die Fische in den Turbinen verschiedener Werke landen. „Es ist bitter, dass das Wasser so verbaut ist, dass die Bestände sich nicht erholen können“, meint Martin Klatt.

Diese Tiere sind in Baden-Württemberg nicht mehr gefährdet

Einige Tierarten, die in Baden-Württemberg als ausgestorben galten oder sehr gefährdet waren, haben sich mittlerweile aber wieder erholt. Beispielsweise sei der Biber komplett aus Baden-Württemberg verschwunden gewesen. „Jetzt besiedelt er wieder nach und nach alle Flüsse“, so Klatt. Auch Storcharten, die vom Aussterben bedroht waren, wie der Weißstorch würden sich überall in Baden-Württemberg wieder vermehren. Uhu und Wanderfalke sind laut dem Artenschutz-Experten ebenfalls wieder zurück. Allerdings überwiege insgesamt die Zahl der bedrohten Tierarten.

Artenvielfalt sichern im Garten und auf dem Balkon

Jeder einzelne kann aber etwas zum Artenschutz beitragen, wie der Nabu Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung erklärt. Menschen könnten laut dem Verband „ihre Gärten, Terrassen und Balkone zu Trittsteinen für die Artenvielfalt“ entwickeln. Um Insekten zu schützen, sei es wichtig, heimische Pflanzenarten im Garten zu verwenden. Auch über den Anbau von Kräutern in Beeten oder Töpfen würden sich Käfer und Schmetterlinge freuen. „Für Vögel kann man im Frühjahr heimische Sträucher pflanzen“, rät der Nabu. Dort könnten sie ungestört brüten und seien gut vor Katzen oder Mardern geschützt. Auch Igel würden dort einen Unterschlupf finden.

Insgesamt ist es für die Artenvielfalt, laut Nabu, wichtig, auf Gift oder künstliche Dünger im Garten zu verzichten und einige wilde Ecken stehen zu lassen. Darüber würden sich nicht nur Insekten freuen: “Auch Amseln, Meisen und Igel sowie viele andere Arten sind dankbar für ein bisschen mehr Wildnis.“

Unsere Empfehlung für Sie