Tag des offenen Denkmals im Kreis Böblingen Ein Ausflug in die Vergangenheit

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Ob kirchliche Kunstwerke, historische Gebäude oder Rundgänge in Altstädten: Am Sonntag, 9. September, kommen Geschichtsinteressierte auch im Kreis Böblingen auf ihre Kosten.

Am Sindelfinger Schwätzweiberbrunnen startet ein Spaziergang. Foto: factum/Granville
Am Sindelfinger Schwätzweiberbrunnen startet ein Spaziergang. Foto: factum/Granville

Böblingen - Mehr als 7500 Baudenkmale, Parks und archäologische Stätten öffnen am Sonntag, 9. September, in ganz Deutschland ihre Pforten. Beim Tag des offenen Denkmals bieten sie Besuchern einen exklusiven Blick hinter die Kulissen und einen Ausflug in die Vergangenheit. „Der Tag hat sich innerhalb von 25 Jahren zur größten Kulturveranstaltung Deutschlands entwickelt“, sagt Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Auch im Kreis Böblingen beteiligen sich viele Städte und Gemeinden daran. Wir stellen einige Highlights vor.

In Hildrizhausen sind am Sonntag die Evangelische Nikomedeskirche sowie das Waaghäusle geöffnet. Die Kirche, Ehninger Straße 16, wurde im Jahr 1100 im romanischen Stil als dreischiffige Pfeilerbasilika errichtet. Im Mittelpunkt des Denkmaltags steht der Turm, der für rund 335 000 Euro saniert worden ist. Um 11.15 Uhr gibt es eine Führung mit dem Holzsachverständigen Raimund Maier, in der er auf die Schäden eingeht. Um 16 Uhr berichtet der Kirchenführer Hans-Joachim Häbich von der Geschichte des Kirchturms. Im Waaghäusle, der ehemaligen Viehwaage aus dem Jahr 1899 in der Hölderlinstraße 9, kann man von 14 bis 17 Uhr die originale Einrichtung sowie eine Sammlung historischer Wagen bestaunen.

Weil der Stadt präsentiert sich am Tag des offenen Denkmals mit mehreren Aktionen. Im Ortsteil Merklingen steht die historische Kirchenburg im Fokus des Programms. Von 14 Uhr an können Interessierte dort in einer Ausstellung den Spuren des Zisterzienser-Ordens in Merklingen folgen. In Weil der Stadt selbst sind unter anderem der Seilerturm, das Seilerstübchen und die unterirdischen Gänge der Stadt geöffnet, in letzteren finden um 14 und um 16 Uhr Führungen statt. Treffpunkt sind die Rathaus-Arkaden. Wer dagegen Lust auf Bewegung an der frischen Luft hat, der kann sich in Schafhausen einer Wanderung entlang der Markungsgrenzen anschließen. Um 10.30 Uhr geht es am Rathaus, Magstadter Straße 18, los. Die Tour dauert zwei Stunden.

Spaziergang zu Brunnen

Zwei Spaziergänge entlang historischer Brunnen bietet der Ortshistoriker Klaus Philippscheck in Sindelfingen an. Los geht es um 13 und um 14.30 Uhr, Treffpunkt ist jeweils der Schwätzweiberbrunnen am Corbeil-Essonnes-Platz 9. Außerdem sind in der Stadt drei Denkmäler geöffnet: die Martinskirche, die Galerie Stadt Sindelfingen und das Ehemalige Sandwerk Körner. Letzteres können Besucher bei Führungen kennenlernen, die zwischen 11 und 15 Uhr stündlich stattfinden. Das Werk liegt in der Leonberger Straße im Wald und ist nur zu Fuß erreichbar. Die Parkplätze an der Jugendfarm in der Friedrich-Ebert-Straße können genutzt werden.

Böblingen öffnet anlässlich des Denkmaltags die „Erinnerungsräume“ des hiesigen Künstlers Marinus van Aalst in der Aussegnungshalle auf dem Alten Friedhof am Herdweg. Der Leiter des Amtes für Kultur, Peter Conzelmann, wird die Besucher zwischen 15 und 17 Uhr mit Hintergrundinformationen versorgen.

30 Kunstwerke in einer Kirche

In Leonberg kann am Sonntag nicht nur das Alte Rathaus besichtigt werden, auch die Lahrensmühle in Eltingen, die im 14. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt wird, öffnet von 10 bis 16 Uhr ihre Pforten. Besucher können dort das historische Mühlrad in Aktion erleben. Auch die Dokumentationsstätte der KZ-Gedenkstätteninitiative im Engelbergtunnel, erreichbar über das Ende der Seestraße, ist geöffnet. Um 14.15 Uhr beginnt eine Führung zur Geschichte der KZ-Fabrik, in der einst die Tragflächen des Messerschmitt-Düsenjägers Me 262 gebaut wurden.

Der Gästeführer Horst Sehorsch lädt am Sonntag zu einer kostenlosen Entdeckungsreise in die Katholische Kirche in Herrenberg-Kuppingen aus dem Jahr 1957 ein. „Über 30 Kunstwerke gilt es kennenzulernen, für eine so kleine Kirche ungewöhnlich“, sagt er. Beginn ist um 15 Uhr, Treffpunkt ist vor der Kirche in der Raiffeisenstraße 10.




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