Tagesstätte im Stuttgarter Osten Prima Klima in der neuen Stöckach-Kita

Von Fatma Tetik 

Im Stuttgarter Osten gibt es eine ganz besondere Kindertagesstätte: die evangelische Einrichtung an der Sickstraße ist hohen ökologischen Standards verpflichtet. Am Freitag wurde sie eingeweiht.

Hinter dem Neubau steht den Kindern eine große Wiesenfläche mit Obstbäumen zur Verfügung Foto: Fatma Tetik
Hinter dem Neubau steht den Kindern eine große Wiesenfläche mit Obstbäumen zur Verfügung Foto: Fatma Tetik

S-Ost - Ein Gebäude aus nachwachsenden Rohstoffen, das emissionsfrei und fast ohne Energiezufuhr betrieben werden kann – das hört sich nach ferner Zukunftsmusik an. Im Stuttgarter Osten ist das seit diesem Frühjahr Realität. Mit dem Neubau des evangelischen Stöckach-Kindergartens an der Sickstraße setzte die Eurokindergarten GmbH das ziemlich einzigartige, innovative Konzept um. Die gesamte Einrichtung, die nach nur zehn Monaten Bauzeit am 11. April in Betrieb genommen worden ist, verfügt über eine Energieversorgung, die ohne Verbrennung und Abgasemission vor Ort auskommt. Möglich ist dies durch eine leistungsstarke Photovoltaik-Technik auf dem Dach und ein Heiz- und Kühlsystem auf Eisspeicher-Basis unter der Erde. Somit ist die Kita nahezu energieautark und emissionsfrei.

Garten mit kleinen Gemüsebeeten

Der zweigeschossige Neubau wurde vorwiegend aus Holz errichtet. Auch im Außenbereich ist auf eine naturnahe Gestaltung geachtet worden. Kletter-, Balancier- und Spielgeräte sind aus naturbelassenen Robinienhölzer hergestellt und die Spielflächen mit Holzhackschnitzel aufgefüllt. Ergänzt wird der Garten durch kleine Gemüsebeete. Bald schon können die Kinder Tomaten, Karotten, Salat, Radieschen und noch vieles mehr ernten und frisch genießen. „Uns ist wichtig, dass die Kinder sehen, woher das Essen kommt“, schildert Petra Wolff. Die Leiterin des Kindergartens ist begeistert vom Neubau. „Die Helligkeit, die Wärme, der Geruch nach Holz, das ist wirklich toll“, sagte sie anlässlich der offiziellen Einweihung der Einrichtung am Freitag. Dass bei der Möblierung auf die Erziehergesundheit geachtet worden ist, findet das Team besonders gut. Es gibt rückenschonende Stühle und Tische, viele Kleinmöbel stehen zudem auf feststellbaren Rollen, damit sie bei Bedarf problemlos umgestellt werden können.

„Kinder brauchen Geborgenheit und Förderung, damit sie als starke, lebensfrohe Menschen in die Zukunft gehen können“, sagte Stadtdekan Søren Schwesig in seinem Grußwort. Neben dem engagierten Team der Einrichtung, trage auch die Bauweise des Gebäudes dazu bei, dass sich die Kinder wohl fühlen. Sein Wunsch: „Möge diese Einrichtung für alle, die sie besuchen, zum Ort einer glücklichen Kindheit werden.“ Mit dem innovativen, zukunftsweisenden Konzept sei die Sickstraße in Stuttgart ab sofort das „Zentrum der Welt“, scherzte Schwesig.

Genügend Platz zum Spielen und Ruhen

Insgesamt werden in der viergruppigen Kita 60 Kinder betreut. Auf einer Gesamtfläche von 720 Quadratmetern besteht genügend Platz zum Spielen, Toben, Ruhen und Gestalten.

Bürgermeisterin Isabell Fezer erklärte, dass die Evangelische Gesamtkirchengemeinde mit dem Ausbau des traditionsreichen Kindergartens nicht nur in Bildung und Betreuung investiere, sondern mit der ökologischen Bauweise zudem ein Zeichen für nachkommende Generationen setze. „Dieses Kinder- und Familienzentrum ist ein echter Schatz am Stöckach“, so Fezer. Das Konzept der ersten CO2-freien Kita könne Denkanstöße geben und zum Vorbild werden. Die Bezirksvorsteherin von Stuttgart Ost, Tatjana Strohmaier, sagte in ihrem Grußwort: „Die Kita wertet den Stadtteil enorm auf und ist eine große Bereicherung für uns.“

Martina Knorr, die Geschäftsführerin der Eurokindergarten GmbH, dankte allen am Projekt Beteiligten als auch den Ämtern der Landeshauptstadt für die gute Zusammenarbeit. Die Eurokindergarten GmbH übernimmt die Baukosten des Projekts, die Kirchengemeinde mietet das Gebäude für die nächsten 20 Jahre und wird dann zum Eigentümer. Die Schwäbische Bank übergab der Einrichtung zudem einen Scheck in Höhe von 2500 Euro für die freie Verwendung in der Einrichtung.

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