Tagung der Synodalen in Rutesheim Impulse geben und Begegnungen einleiten

Die Leonberger Stadtkirche wird aufwendig saniert. Auch bei der Tagung der Synodalen im evangelischen Kirchenbezirk kamen Veränderungen zur Sprache. Foto: /Simon Granville

Die Frühjahrssynode im evangelischen Kirchenbezirk Leonberg hat mit einer Satzungsänderung einstimmig den hohen Stellenwert der Erwachsenenbildung unterstrichen.

Die Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk ist der Schwerpunkt auf der Agenda der Frühjahrssynode im evangelischen Kirchenbezirk Leonberg gewesen. Bei der Tagung der Synodalen im evangelischen Gemeindehaus in Rutesheim war sie das Thema mehrerer Tagesordnungspunkte – mit dem Ziel, ihre Rolle und Bedeutung in der Kirchenarbeit im Kirchenbezirk, also dem Dekanat Leonberg zu stärken. Vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Veränderungen in der Kirche insgesamt, im Bezirk und in den Gemeinden, stehen auch in der Bildungsarbeit Veränderungen an.

 

Der neue Pfarrplan, der in den nächsten Jahren zu drastischen Streichungen von Pfarrstellen führt, neue Strukturen mit Fusionen und engerer Verzahnung in den Distrikten sowie Veränderungen in der Nutzung von Gebäuden führen dazu, dass auch die Erwachsenenbildung neue Wege gehen muss, um zukunftsfähig zu bleiben. „Wir sind mittendrin und haben so aber auch die Chance, unsere Kirche von morgen nicht nur geschehen zu lassen, sondern sie mitzugestalten“, sagte Dekanin Gabriele Waldbaur, die gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Bezirkssynode, Thomas Vogel, die Tagung leitete.

Unterstützung der Kirchengemeinden und Präsenz vor Ort

„Die Arbeit der Erwachsenenbildung findet überall im Kirchenbezirk statt“, erläuterte Wolfgang Dressler, der Geschäftsführer der evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk. Die Aktivitäten gestaltet er in Zusammenarbeit mit Pfarrer Klaus-Dieter Nikischin. Das Hauptaugenmerk geht in Richtung Unterstützung de Kirchengemeinden und Präsenz vor Ort. Das reicht von der Organisation von Gemeindefahrten bis hin zu gemeinsamen Veranstaltungen. Ein weiterer Aspekt der Arbeit in der Geschäftsstelle ist es Themenschwerpunkte zu setzen. „Diese erarbeiten und planen wir nahezu ausschließlich mit Kooperationspartnern und entwickeln diese weiter“, erläuterte Dressler. Die Liste der Partner ist lang: Quartiersarbeit, Familienbildungsstätte, KZ-Gedenkstätte, Atrio, Leo bleibt bunt, der Arbeitskreis Asyl. Zu einen Schwerpunkt-Arbeitsbereich der Erwachsenenbildung Leonberg hat sich „55plus leben“ entwickelt, mit einem eigens dafür gegründeten Arbeitskreis.

Nicht zuletzt gehört es zur Arbeit der Erwachsenenbildung, kirchliche Prozesse sowohl im Dekanat als auch in den Kirchengemeinden zu begleiten. Dazu gehört auch die Wahl am Sonntag, 30. November 2025, bei der die Kirchenmitglieder ihre Vertreterinnen und Vertreter für die Kirchengemeinderäte vor Ort und für die Landessynode wählen, die gemäß der württembergischen Kirchenverfassung gemeinsam mit dem Landesbischof und dem Oberkirchenrat die Landeskirche leitet. Auch die Fusionen, die aktuell in vielen Kirchengemeinden bereits stattfinden, oder vorbereitet werden, begleitet die Erwachsenenbildung.

Sich selbst dem gesellschaftlichen Wandel unterziehen

Dabei muss sie sich auch selbst dem gesellschaftlichen Wandel unterziehen. „In Zeiten großer Veränderungen und Unsicherheiten, wird Vertrautes in Frage gestellt, Werte geraten ins Wanken und so manche Entwicklung schürt Ängste“, weiß Wolfgang Dressler. Die Erwachsenenbildung könne Orientierung geben, eine Idee, eine Ahnung, aber zumindest einen Impuls und sie kann Begegnungen einleiten. „Wir haben mit dem Umbau unserer Kursangebote begonnen, mehr den Workshopscharakter entwickelt und wir gehen auf neue Zielgruppen zu“, sagte Wolfgang Dressler. Es gelte die Entwicklung digitaler Formate voranzutreiben und neue Kooperationen einzugehen, wie jüngst die äußerst erfolgreiche mit dem Stadtarchiv Leonberg. Auch eine Veränderung der Themenschwerpunkte findet statt. Corona war ein tiefer Einschnitt in die Arbeit der Erwachsenenbildung auf Gemeinde- und auf Bezirksebene. Hier geht es nicht nur um den Einbruch der Angebote, der teilweise aufgefangen wurde, sondern auch um das Wegbrechen einer großen und traditionellen Vielfalt – auch deshalb, weil viele Mitarbeitende ihr Engagement eingestellt haben.

Das alles vor dem Hintergrund, dass das neue gemeinsame Bildungswerk der württembergischen Landeskirche neben der Notwendigkeit der Einsparung auch zunehmend die Entwicklung gemeinsamer Aufgaben und Strategien anstrebt. Zum Bildungswerk gehören die Arbeitsbereiche Frauen, Männer, Erwachsenenbildung, Familienbildung, Ältere und Familienpolitik unter einem gemeinsamen Dach. Zunehmend gewünscht ist die weitergehende Verzahnung der Bildungsarbeit mit den Schulen und Kindertageseinrichtungen, erläuterte Wolfgang Dressler.

Weitergehende Verzahnung der Bildungsarbeit ist gewünscht

Um die Bedeutung der Arbeit der Erwachsenenbildung zu stärken, hat die Synode einstimmig beschlossen, die Bezirkssatzung unter anderem dahin zu ändern, dass der Bezirksausschuss Erwachsenenbildung von einem bisher beratenden zu einem beschließenden Ausschuss umgewandelt wird. Er wird über die inhaltlichen und strategischen Fragen der Ausrichtung der Arbeit beschließen und den Haushalt gestalten. Er stellt mit der Dekanin das Besetzungsgremium für die Hauptamtlichen der Erwachsenenbildung zusammen. Nicht zuletzt unterstützt der Ausschuss die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen der Erwachsenenbildung, insbesondere mit der Familienbildungsstätte. Auch wird er das neue Netzwerk Erwachsenenbildung einberufen.

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