Tanz Eine getanzte Reise in das Land der Kobolde

Von Philipp Braitinger 

Die Staufer Irish Dancers zeigen mit „Das Buch der Feenkönigin – ein fast irisches Märchen“ heute und morgen ein fantasievolles Musical voller irischer Volkstänze. Bis das Bühnenprogramm stand, haben die Tänzer ein Jahr lang geübt.

Die jungen Tänzerinnen erleben viele spannende Abenteuer auf ihrem Weg zurück in die Feenwelt. Foto:  
Die jungen Tänzerinnen erleben viele spannende Abenteuer auf ihrem Weg zurück in die Feenwelt. Foto:  

Ottenbach - Die Proben sind beendet, der große Auftritt steht unmittelbar bevor. Die Staufer Irish Dancers des TSV 1904 Ottenbach treten am Freitag und Samstag, 17. und 18. Mai, mit ihrem fünften Musical namens „Das Buch der Feenkönigin – ein fast irisches Märchen“ in der Ottenbacher Gemeindehalle Im Buchs auf. Der Eintritt kostet 15 Euro an der Abendkasse, Beginn ist um 19.30 Uhr.

Ein Jahr lang geübt

„Die Geschichten schreiben wir selbst“, sagt Petra Mehnert über die Musicalproduktionen der Tanzgruppe. Die 54-Jährige ist die Leiterin der Irish Dancers. Die vergangenen Monate haben alle drei Gruppen der Irish Dancers – die Kinder, die Teens und die Erwachsenen – noch einmal intensiv geübt. Am vergangenen Wochenende fand die Generalprobe statt. „Ein bisschen chaotisch“ sei es gewesen, berichtet Mehnert. Dass bei der Premiere alles glatt läuft, davon ist sie dennoch überzeugt. „Bisher hat es immer geklappt“, sagt sie über die bisherigen Musicals der Gruppe.

Für die neue Produktion schrieb die Co-Trainerin Csilla Ihring das Drehbuch. Die Geschichte dreht sich um eine Feenkönigin und ihre beiden Söhne. Es ist ein Spiel um Gut und Böse, einen grausamen Fluch und vier kleine Mädchen. Die Zuschauer begleiten die Protagonisten auf ihrer Reise durch eine Fantasiewelt zurück in das zauberhafte Feenreich.

Bis die Produktion stand, haben die mehr als vierzig Tänzer der Staufer Irish Dancers, die fünf bis 56 Jahre alt sind, rund ein Jahr lang geübt. Das ist angesichts der vielen Tänze und Bühnenbilder nicht viel Zeit. „Normalerweise üben wir so eine Produktion zwei Jahre lang ein“, sagt die Tanzgruppenleiterin.

Hoher Koordinationsaufwand

Wie hoch der Organisationsaufwand für eine solche Produktion ist, wird unter anderem an der langen Liste der Partner der Musicalabende deutlich. Unterstützt werden die Irish Dancers unter anderem von der Prinzengarde der Fasnetsgesellschaft Wiesensteig, der Breakdancegruppe Kulturwerk aus Schwäbisch Gmünd, der Hip-Hop-Gruppe Impressive Expression aus Salach und der Jazztanzgruppe 7-down & After Eight. Darüber hinaus ist der Tänzer Marko Micic von der Irish Dance Academy Serbia als Stargast dabei, er spielt die Rolle des Eolair. Insgesamt stehen an den beiden Abenden mehr als hundert Tänzer auf der Bühne.

Musikalisch bekommen die Besucher am Freitag und Samstag traditionelle irische Volksmusik zu hören. Darüber hinaus werden aber auch moderne Hits vertreten sein. In der Pause geht es auch kulinarisch nach Irland gehen. Es wird Guinness, ein traditionelles Bier von der Insel, vom Fass ausgeschenkt.

War es das letzte Musical?

Wie es nach dem Auftritt für die Staufer Irish Dancers weitergeht, ist offen. Ein weiteres Musical werde es unter ihrer Leitung nicht mehr geben, kündigt Petra Mehnert bereits an. Zunächst sollen kleinere Auftritte folgen, beispielsweise auf Stadtfesten, auf denen die Tänzerinnen (es gibt nur einen Mann in der Tanzgruppe) gerne auftreten. Auch die Teilnehme beim Landesturnfest ist geplant. Dies sei insbesondere für den Nachwuchs der Tanzgruppe wichtig, findet Mehnert. „Man muss immer etwas bieten.“

Außerdem solle schon bald eine irische Liveband für einen Konzert- und Tanzabend eingeladen werden. Die Ideen gehen den Tänzerinnen ganz offenbar auch ohne eine weitere Musicalproduktion nicht aus. Und nachdem es bereits nach dem vierten Musical geheißen hatte, dass es kein weiteres Musical mehr geben werde, könnte vielleicht auch dieses Mal das Ende trotz der Ankündigung noch nicht gekommen sein. Einen positiven Nebeneffekt der Musicals ist nämlich die Eigenwerbung. In der Vergangenheit seien nach jedem Musical ein bis zwei neue Tänzer hinzugekommen. Das dürfte dieses Mal kaum anders sein. „Jeder darf es ausprobieren“, verspricht die Tanzgruppenleiterin Mehnert.