Tanzen beim TSC Rot-Weiß Böblingen Eine rauschende Ballnacht für Tänzer aller Klassen

Zwischen den Turnierrunden nutzten die Gäste das Parkett für eigene Tanzrunden. Foto: Eibner-Pressefoto/Christian Strötges

Ob Samba, Cha-Cha-Cha oder Standard: In der Kongresshalle fliegen die Tanzbeine. Der TSC Rot-Weiß Böblingen hat wieder seine Gala ausgerichtet – und Profis und Besucher begeistert.

Ein Fest für alle, die das Tanzen lieben, war einmal mehr die Böblinger Tanzgala, die am Samstag bereits zum zwölften Mal in der Kongresshalle stattfand. Eine rauschende Ballnacht und Tanzsport als Augenschmaus zusammen in einer Veranstaltung.

 

Leistung, Lebensfreude und Leichtigkeit „Die schwungvollen und dynamischen Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer“, die bei der baden-württembergischen Meisterschaft in der Lateinsektion an den Start gingen, begeisterten auch Robert Kovacs, den Präsidenten des ausrichtenden TSC Rot-Weiß Böblingen. Tagsüber wurden 15 Titel in der Stadthalle Holzgerlingen vergeben. Am Abend dann der Höhepunkt in der Kongresshalle. Die Meisterschaft der Hauptgruppe S Latein. „Ein verdammt hohes Level“ urteilte Kovacs, der gekonnt durch die Show führte.

Mehr als Sport Beim Tanzen geht es nicht nur um Höchstleistungen, sondern auch um das gesellschaftliche Miteinander von Alt und Jung sowie allen, denen Musik direkt in die Beine geht. „Sie lassen sich inspirieren zu der einen oder anderen eigenen Tanzrunde“, freute sich Robert Kovacs, dass zwischen den Turnierrunden beim Publikumstanz die Fläche stets in Windeseile von einem Großteil der knapp 500 Gäste belegt war.

Farben der Stadt Aus dem ganzen Ländle waren die Teilnehmer und Ballgäste gekommen, davon die meisten aus der Region. Zählten in all den Jahren die Böblinger Oberbürgermeister Wolfgang Lützner und Stefan Belz zu den Stammgästen, vertraten am Samstag der Erste Bürgermeister Tobias Heizmann und die Leiterin des Amtes für Schule, Jugend und Sport, Anja Beck, die Farben der Stadt. Sie nutzten auch die Gelegenheit, um selbst das Tanzbein zu schwingen.

Finanzieller Kraftakt Eine Veranstaltung dieser Größenordnung ist ohne fleißige ehrenamtliche Hände und großzügige Sponsoren sowie die Unterstützung der Stadt nicht auf die Beine zu stellen. Beim Organisationsteam um Robert Kovacs sind neben viel Kreativität und großem Einsatz auch Euros gefragt. Diesmal galt es, Ausgaben in Höhe von über 40 000 Euro zu stemmen, ein Großteil für die Miete.

Lange Erfolgsgeschichte Seit 17 Jahren ist Robert Kovacs TSC-Präsident. Zusammen mit Vize Ralf Lambertz organisierte er gemeinsam mit vielen anderen alle zwölf Galas, in die bereits eine EM und eine WM integriert waren. Als Kovacs sein Amt antrat, zählte der TSC 150 Mitglieder. Die Zahl hat sich längst verdoppelt auf aktuell über 320.

Vielfalt „Die klassischen Standard- und Lateintänze sind ebenso Teil unseres Repertoires wie aktuelle Trends von Salsa, Hip Hop bis Discofox“, verriet Daniel Sommer, beim TSC für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die ganze Woche herrscht Hochbetrieb im vereinseigenen Clubheim in der Heusteigstraße 8. „Aktuell sind es allein über 100 Kids und Jugendliche“, sagt Sommer, der sich freut, dass viele schon im Kindergarten- oder Grundschulalter mit dem Tanzen beginnen.

Siegerpodest Bei der Nachmittagsveranstaltung verpassten Petra und Jürgen Kohler vom TSC im VfL Sindelfingen als Fünfte, sowie Sandra Viktoria Augst und Udo Günthner vom TSC Rot-Weiß Böblingen als Vierte nur knapp die Medaillenränge ihrer Kategorien. In einer anderen Klasse reichte es für Günther/Augst dann zu Bronze.

Sportliche Aushängeschilder Insgesamt 15 Paare gehen derzeit für den TSC Rot-Weiß bei Turnieren in unterschiedlichen Kategorien an den Start. Zwei davon schickte der Verein in der Königsklasse, der S-Klasse, ins Rennen. Christopher Papageorgiou und Carmela Saggio landeten auf dem 16. Platz, das Geschwisterpaar Marvin und Daphne Fischer kam auf dem neunten. Sie konnten damit nicht in die Phalanx des Schwarz-Weiss-Club Pforzheim eindringen, der nicht nur nur mit Dumitrescu Razvan und Jacqueline Joos die neuen Landesmeister stellte, sondern auch die Ränge zwei bis vier belegte.

Riesige Unterstützung „Oma, Opa, die Eltern, viele Freunde und Verwandte sind da“, freuten sich Daphne und Marvin Fischer Tage vorher auf ihr Heimspiel. Dabei ging es dem Duo, das erst seit September in der S-Klasse startberechtigt ist, vor allem darum, „den Spaß, den wir bei unserem Sport haben, nach außen zu bringen, damit das Publikum gerne zusieht“. Dies gelang den Geschwistern, die seit elf Jahren zusammen tanzen. Aktuell sind sie die Nummer 99 im Latein und in der Kategorie Standard auf Nummer 37 der deutschen Rangliste zu finden.

Hochleistung Der Sport ist auch zeitintensiv. Zehn bis 15 Stunden kommen locker in der Woche zusammen. Montags bis freitags steht bei den Fischers Training auf dem Programm. Am Wochenende sind Turniere angesagt. Unlängst stellten sie sich in Antwerpen, Rotterdam und London der internationalen Konkurrenz.

Sieben Wertungsrichter Egal ob beim Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble oder Jive – den strengen Augen der Wertungsrichter entging nichts. Darunter auch Andrea Garcia Lopez vom gastgebenden Verein. „Sie kennt unsere Schwächen“, sah es Daphne Fischer nicht als Vorteil, dass diese zugleich auch die Heimtrainerin ist.

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