Tanzshow in der Liederhalle Breakin’ Mozart - Der wilde Wolfgang

Von Franz Krauder 

Wolfgang Amadeus Mozart war wild, irre und frech – genau diese Seite des Komponisten fasziniert die Crew von Breakin’ Mozart. Am 1. Dezember ist die Show in der Liederhalle in Stuttgart zu erleben.

Bei Breakin’ Mozart dreht sich alles um Breakdance und – Mozart.  Foto: Veranstalter
Bei Breakin’ Mozart dreht sich alles um Breakdance und – Mozart. Foto: Veranstalter

Ein zu Wolfgang Amadeus Mozarts Lebzeiten nie abgedrucktes Werk des Genies hört auf den Titel „Leck mich im Arsch“. Ein sechsstimmiger Kanon.

Warum erfährt man so etwas? Weil das Bild, das man sich von berühmten, brillanten Persönlichkeiten macht, oftmals schwer idealisiert ist. Gravitätische, hochbegabte Meister ihrer Kunst waren es, nicht wahr? Fern von allem Irdischen, Gott gleich schwebten sie durch unsere Sphären. Goethe, Bach, Einstein und eben Mozart – das waren doch keine Menschen, das waren Überwesen! Doch Mozart war eben nicht nur der famose Komponist, sondern auch ein wilder Typ.

Musik aus Österreich, Breakdance aus Bayern

Diese wilde, irre, freche Seite Mozarts fasziniert auch die Crew von Breakin’ Mozart. Unter der Leitung von Christoph Hagel hat die bayrische Breakdance-Gruppe DDC vor fünf Jahren eines der beliebtesten Cross-over-Projekte der Gegenwart ins Leben gerufen. Zusammengefunden haben Hagel und die Breakdancer auf dem Mozartfest Würzburg. Dort hatte man die Vision dieser modernen Mozartinterpretation, wo sie schließlich anno 2013 uraufgeführt wurde.

Am 1. Dezember ist die Show in der Liederhalle zu erleben. Damit sind die Jungs, die der Veranstalter Stuttgartkonzert 2015 erstmals nach Stuttgart holte, schon zum vierten Mal in der Schwabenmetropole zu Gast.

„Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“

Unter dem Motto „Klassik meets Breakdance“ wirbeln die Tänzer über die Bühne, rotieren umher, verbiegen und krümmen sich. Zu hören ist dabei: Mozart. Live gesungene Arien wie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ der Königin der Nacht aus der „Zauberflöte“ oder auch das Allegretto, das „Rondo alla turca“ aus der Klaviersonate Nr. 11. Hinzu kommen Hip-Hop- und Techno-Klänge, Christoph Hagel sitzt am Piano.

Dass Breakdance selbst ja eine Kunstform ist, die völlig frei daherkommt und unendliche Gestaltungsmöglichkeiten bietet, passt gut zum Freigeist Mozart. Doch nicht nur bei Wolfgang Amadeus, auch bei den DDC-Tänzern handelt es sich um Ausnahmekönner: Sie sind eine der besten Breakdance-Gruppen Deutschlands, die auch internationale Erfolge wie den Europameistertitel vorzuweisen hat und bereits zweimal Weltmeister wurde.

Ebenso kreativ und offen für Unkonventionelles ist Christoph Hagel: Der 59-Jährige inszenierte bereits vor 20 Jahren „Don Giovanni“ im Berliner E-Werk, Mozarts „Zauberflöte“ präsentierte er in der Hauptstadt im U-Bahnhof „Bundestag“. Zudem wurde er für ein ähn­liches Breakdance-Klassik-Cross-over-Projekt, „Red Bull Flying Bach“, mit dem Echo geehrt.

Humor, Tanz, Akrobatik und Gesang

Die Kombination aus Humor, Tanz, Akrobatik und Gesang hätte Mozart bestimmt zugesagt. „Die Vielseitigkeit dieser Show spricht ein breites Publikum an – von Kindern über Jugendliche und deren Eltern bis hin zu den Großeltern ist alles dabei. Family-Entertainment!“, verspricht Tänzer und Choreograf Marcel Geißler, der auch künstlerischer Leiter ist. So lassen sich nicht nur Vorurteile gegenüber Wolfgang Amadeus Mozart, sondern auch gegenüber klassischer Musik abbauen: Es muss nicht immer steif zugehen, wenn derlei Klänge ertönen.

Gut, dass die Macher nicht vor diesem von manchem Klassikpuristen garantiert als provokant empfundenen Konzept zurück­geschreckt sind. Dass zuvorderst das DDC-Ensemble generell weder Tod noch Teufel fürchtet, hat es übrigens an anderer Stelle längst bewiesen: Es performte auch schon in Lederhosen an der Seite von Florian Silbereisen.

Breakin’ Mozart: 1. Dezember, 19 Uhr, Liederhalle, Tickets unter 07 11 / 52 43 00