Tanzsportverband in Botnang Angefangen hat es mit sieben Clubs

Von Gabriele Metsker 

Der Tanzsportverband Baden-Württemberg in Botnang weist in seiner Geschichte viele Erfolge auf.

Der Vorsitzende des Tanzsportverbandes Baden-Württemberg, Wilfried Scheible, und die Pressesprecherin Petra Dres. Foto: Gabriele Metsker
Der Vorsitzende des Tanzsportverbandes Baden-Württemberg, Wilfried Scheible, und die Pressesprecherin Petra Dres. Foto: Gabriele Metsker

Stuttgart-Botnang - Wilfried Scheible lebt seit 1985 in Botnang und ist seit 1994 Präsident des Tanzsportverbands Baden-Württemberg. Wenn dieser am 25. Februar im SSB-Veranstaltungszentrum auf der Waldau sein 50-jähriges Bestehen feiert, ist das eine weitere festliche Station der Erfolgsgeschichte des Verbandes. Scheible hat die Entwicklung von der Gründung am 25. März 1962 bis heute zu großen Teilen als aktiver Tänzer miterlebt.

Zu den Gründungsmitgliedern des Verbandes gehörten seinerzeit zwei Clubs aus Mannheim sowie jeweils ein Club aus Freiburg, Heilbronn, Karlsruhe, Pforzheim und Stuttgart mit zusammen etwa 700 Mitgliedern. Heute finden sich unter dem großen organisatorischen Dach etwa 330 Vereine, welche die Vorteile der Verbandsmitgliedschaft nutzen: Sie sind immer aktuell über Regelungen bei Wettbewerben informiert und wissen Bescheid, welche Bedingungen Ausbilder erfüllen müssen, um eine Lizenz zu bekommen. Nicht zuletzt sind alle 40 000 Mitglieder über den Verband versichert, und sie profitieren von einem Sonderabkommen, das der Verband mit der Musikverwertungsgesellschaft Gema geschlossen hat.

Talentschmiede für Hochleistungstänzer

„Das Niveau der Tänzer ist beständig gestiegen“, urteilt Wilfried Scheible, der seinen ersten Tanzkurs 1964 bei der Stuttgarter Tanzschule Burger-Schäfer belegt hat und 1967 Landesmeister wurde. Der aktuelle Stand: Benedetto Ferruggia und Claudia Köhler vom TSC Astoria Stuttgart waren dreimal in Folge von 2009 bis 2011 Europameister im Standardtanzen, 2009 und 2010 sogar Weltmeister und 2011 Vizeweltmeister. Bei den Formationen im Standardtanzen holte der 1. TC Ludwigsburg von 1985 bis 2009 insgesamt zehnmal den Weltmeistertitel.

Petra Dres, die Pressesprecherin des Verbandes, sieht Baden-Württemberg als Talentschmiede für Hochleistungstänzer: „Wer hier einen Landesmeistertitel holt, steht bei den Deutschen Meisterschaften wahrscheinlich auf einem Treppchen“, sagt sie. „Die Landesmeister 2011 waren deutsche Vizemeister, die Zweitplatzierten kamen auf Platz drei, und die Drittplatzierten waren Fünfte.“ Sie selbst hat 1986 mit Jürgen Schmitt bei den Deutschen Meisterschaften (Hauptgruppe A-Standard) in Dorsten getanzt. Insgesamt, so finden Scheible und Dres, sei der Tanzsport „viel athletischer“ geworden. „Heute braucht man viel mehr Kondition und Fitness“, sagt die Pressesprecherin. „Die Tänzer heute sind Spitzensportler.“ Wilfried Scheible weiß am Tanz vergangener Zeiten aber auch manches zu schätzen. „Die Tänzer hatten eine hervorragende Fußarbeit und eine fantastische Ausstrahlung. Das waren Persönlichkeiten.“

Im Tanzsportverband Baden-Württemberg ist aber nicht nur Platz für Spitzentalente. Vielmehr passen sich die Tanzschulen und Vereine den gesellschaftlichen Veränderungen an, um möglichst viele Menschen anzusprechen und ihnen den Raum zu geben, der ihren tänzerischen Bedürfnissen gerecht wird. Angeboten werden inzwischen nicht mehr nur Kurse für Standard- und Lateintänze, sondern auch Disco-Fox, der sich für „alle zwischen acht und achtzig“ eignet. Außerdem gibt es Country-Dance, Rock ’n’ Roll, Boogie-Woogie, Twirling, Gardetanz, Line-Dance und Single-Dance.

Tendenz bei den Mitgliederzahlen ist leicht steigend

Sogar Rollstuhltanz, Tanzen mit dem Rollator und so genannter Equality-Dance gehören zum Spektrum. Equality-Dance ist für gleichgeschlechtliche Partner gedacht. Seniorentanz ist nach den Worten der Pressesprecherin ein Trend. Hier nehmen die Mitgliederzahlen besonders zu – und keineswegs nur im Hobbybereich. Meisterschaften gibt es bis zur Klasse Senioren VI. Hier tanzen Frauen und Männer, die älter als 65 Jahre sind. In der Klasse Senioren III ab 55 Jahren werden sogar regelmäßig Weltmeisterschaften ausgetragen. Generell sei die Tendenz bei den Mitgliederzahlen leicht steigend, sagt Scheible. Am stärksten vertreten sind die Altersgruppen vom Teenager bis etwa 23 Jahre, dann wieder von Mitte 30 an aufwärts.

Beim Festakt im Februar wird der Tanz eine wichtige Rolle spielen: Die Vizeweltmeister 2011 Benedetto Ferruggia und Claudia Köhler treten auf. Eine Gardetanzformation aus Karlsruhe zeigt einen Marsch und einen Showtanz. Außerdem kommt die Lateinformation des 1. TC Ludwigsburg, und auch Break-Dance wird es geben. Abends werden die Landesmeisterschaften in der S-Klasse Latein ausgetragen. Dafür reist der Bundestrainer Horst Beer eigens aus Bremerhaven an. Wilfried Scheible und Petra Dres wissen warum: „Weil wir in den letzten Jahren so viele hervorragende Lateinpaare haben.“

Tanzsportverband

Adresse: Tanzsportverband Baden-Württemberg, Paul-Lincke-Straße 2, 70195 Stuttgart Vorsitzender: Wilfried Scheible 69 62 74 Telefon: Telefax 69 90 97 5 E-mail: scheible@tbw.de Mitglieder: 40 000 Gründungsjahr: 1962

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