Tao Porchon-Lynch 100-Jährige Yoga-Lehrerin denkt nicht an Ruhestand

Von red/ap 

Tao Porchon-Lynch hat schon viermal neue Hüften bekommen, aber Beweglichkeit und Energie sind ihr nicht abhandengekommen. Zusätzlich zum Yoga-Unterricht geht sie regelmäßig zum Tanz. Auf richtiges Atmen komme es an, erklärt sie.

Die 100-jährige Tao Porchon-Lynch ist die älteste Yoga-Lehrerin der Welt. Foto: AFP
Die 100-jährige Tao Porchon-Lynch ist die älteste Yoga-Lehrerin der Welt. Foto: AFP

Hartsdale - Sie ist Jahrzehnte älter als ihre Schülerinnen, aber an Beweglichkeit und Fitness steht die 100-jährige Yoga-Lehrerin Tao Porchon-Lynch den wenigsten nach. Und dass trotz vier Operationen, in denen sie neue Hüften bekam. Am 13. August wird sie 101 Jahre alt, und auch das ist für die in Indien geborene alte Dame kein Grund, mit Yoga und Tanz aufzuhören.

„Wenn ich morgens aufwache, schau ich in die Sonne und sage: „Das wird der beste Tage meines Lebens.“ Und so wird es sein. So ist es immer“, sagt sie. Neben der positiven Einstellung ist vor allem eines wichtig, erklärt sie weiter: richtig zu atmen. Das vermittelt sie seit ihren Teenager-Tagen ihren Schülern. Denn viele kämen mit einer schlechten Körperhaltung zu ihr. „Ich sagte: „Ihr quetscht eure Lungen ein, eure Lungen sind nicht unten im Nabel, sie sind darüber.““

Porchon-Lynch wohnt alleine in einem Vorstadtapartment in Hartsdale im US-Staat New York. Sie hat einen Freundes- und Bekanntenkreis, von denen viele bei ihr mal vorbeischauen und ihr wenn nötig behilflich sind, darunter etliche Yoga-Schüler. Neben ihren Yoga-Stunden pflegt sie ein weiteres Hobby, den Tanz. Dazu geht sie regelmäßig ins Fred Astaire Dance Studio der Stadt. In der TV-Show „America’s Got Talent“ ist sie auch schon aufgetreten.

„Wenn Jungen das können, kann ich das auch.“

Zum Yoga fand sie bereits mit sieben Jahren. Bei einem Strandspaziergang in Indien war sie von einer Gruppe Jungen fasziniert, die Yoga-Übungen machten. Ihre Tante wollte ihr das ausreden, die Bewegungen seien nicht „damenhaft“. Doch sie sagte: „Wenn Jungen das können, kann ich das auch.“

Und wie: Schon als Jugendliche begann sie, Yoga-Stunden zu geben. Ihr Engagement für die aus geistigen und körperlichen Übungen bestehende philosophische Lehre brachte ihre höchste Anerkennung ein: Der indische Ministerpräsident Narendra Modi verlieh ihr in diesem Jahr die vierthöchste zivile Auszeichnung seines Landes, den Padma-Shri-Orden für außerordentliche Leistung.

„Ihr Leben ist ein Yoga-Pfad“, sagt ihre Schülern Sylvia Samilton-Baker und bringt es damit wohl auf den Punkt. Und auf dem will sie mit richtigem und bewusstem Atmen auch jenseits der 100 fit bleiben. „Der Atem lehrt uns, höre auf ihn“, erklärt sie. „Fühle, wie sich deine Lungen ausdehnen, strecke deine Hände zur Decke und fühle die Energie dort. Atme dem Atem des Lebens ein und atme Frieden aus.“