Stuttgart - Das hätten der Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder auch einfacher haben können: Ihre Tarifeinigung für die Uniklinikärzte ist fast eine Kopie des Abschlusses für die kommunalen Kliniken vom Mai 2019. Wozu das Theater drumherum? Immerhin erkennen damit auch die Landesregierungen die Notwendigkeit an, dass die Ärzte entlastet werden müssen. Vorgesetzte, die es mit den Arbeitszeiten ihrer Mediziner nicht so genau nehmen und ihnen zu viele Wochenend- oder Bereitschaftsdienste aufbürden, gefährden letztlich die Versorgungssicherheit der Patienten. Dieser Praxis wird nun an den Unikliniken, wie zuvor an den kommunalen Häusern, ein Riegel vorgeschoben.
Die Epidemie fordert auch das Personal heraus
Speziell die Coronakrise unterstreicht das hohe Niveau der Gesundheitsversorgung in Deutschland – und deckt zugleich ihre Schwächen auf. Derzeit hapert es vor allem bei der Nachschubversorgung, doch auch das Klinikpersonal kommt – zunächst in den Notfallaufnahmen – unter Druck. Wenn die Epidemie weitere Kreise zieht, müssen mehr abgetrennte Räume zur Verfügung gestellt werden, was angesichts der Überbelegung weitere Probleme schafft. Auf diese Krise gilt es sich zu konzentrieren, wofür hochleistungsfähiges und motiviertes Personal benötigt wird.