Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst Ordentliches Paket mit Augenmaß

Über Monate haben die Beschäftigen des Öffentlichen Dienstes ihren Unmut auf die Straße getragen. Nun liegt ein Abschluss vor. Foto: dpa/Jens Büttner

Die kommunalen Arbeitgeber stöhnen, die Gewerkschaft Verdi spricht von einem schwierigen Ergebnis. Dabei können alle Seiten zufrieden sein.

Geschafft! Rund 2,5 Millionen Beschäftigte in den Kommunen und beim Bund dürfen sich über ein ordentliches Ergebnis bei den Tarifverhandlungen freuen. Und 80 Millionen Bundesbürger darüber, dass geschlossene Kitas, ausbleibende Müllabfuhr, Stillstand im Nahverkehr und enge Streiknotdienste in den Kliniken nun – hoffentlich – bis Ende März 2027 ausbleiben. In Summe 5,8 Prozent, zu denen sich 2027 rechnerisch durch einen weiteren Urlaubstag rund 0,4 Punkte addieren, sichern die Kaufkraft der Beschäftigten und die Konkurrenzfähigkeit der Arbeitsplätze im Öffentlichen Dienst.

 

Sichere Arbeitsplätze bei den Öffentlichen

Für die Länder, die zum Jahresende verhandeln werden, sind die 5,8 Prozent eine Marke, die sie ohne langes Fingerhakeln übernehmen könnten. Für die Beschäftigen gilt: In höchst unsicheren Zeiten mit unkalkulierbaren Auswirkungen der Trumpschen Destruktionspolitik sind die sicheren Jobs bei den Öffentlichen ein Wert an sich.


Der Konsolidierungsdruck steigt

Wie üblich betonen Kommunen, Bund und Gewerkschaft Verdi, wie schwierig das Ergebnis aus jeweiliger Sicht sei. Tatsächlich stieg der Konsolidierungsdruck in vielen Gemeinden schon vor der Einigung. Höhere Gebühren sind absehbar, Leistungsminderung könnte folgen. Doch davor muss zwischen Pflicht und Kür unterschieden werden. Wer Dienstleistungen jetzt mit Verweis auf den Tarifabschluss einschränken will, muss akribisch prüfen, ob jede Verwaltungsaufgabe in seinem Sprengel zwingend notwendig ist.

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