Tarifkonflikt an den Kitas Genug gestreikt

Eine von vielen Protestaktionen in der Republik Foto: dpa/Peter Kneffel

Verdi macht vor der dritten Verhandlungsrunde noch einmal mächtig Druck. Es ist höchste Zeit, dass Verdi und die kommunalen Arbeitgeber den Tarifkonflikt an den Kitas beilegen, meint Matthias Schiermeyer.

Politik: Matthias Schiermeyer (ms)

Von wegen durchatmen gen Ende der Pandemie: Viele Eltern mit Nachwuchs in Kindergärten plagen sich derzeit mit den Streiks der Erzieherinnen und Erzieher, die ihre Planungen durcheinanderbringen. Dass Verdi sich dennoch nicht davon abhalten lässt, die lange geplante Tarifrunde durchzuziehen, kann nicht überraschen. Jetzt wird eine weitere große Gelegenheit nach 2015 gesehen, die Kitakräfte zu entlasten – damit der Beruf attraktiv bleibt und der immense Personalbedarf gedeckt wird. Dass die kommunalen Arbeitgeber sich am Verhandlungstisch nicht zur Eile antreiben lassen, war ebenso zu erwarten. Aber so ist es nun mal: Tarifkonflikte werden zumeist auf dem Rücken Dritter ausgetragen.

 

Reicht der Wille zum Kompromiss?

Eine Frage ist nun, ob die Kompromissfähigkeit der Arbeitgeber, wie behauptet, für einen Friedensschluss nächste Woche ausreicht. Eine andere Frage ist, ob Verdi schon eine Einigung anstrebt – derweil die Protestaktionen einen immer größeren Zuspruch erfahren und die Gewerkschaft viele Mitglieder gewinnt. Da kann es nur eine Botschaft geben: Es ist genug gestreikt worden – wenn bis zum Mittwoch keine Lösung erzielt wird, agieren beide Seiten verantwortungslos.

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