Verdi ruft in Baden-Württemberg im Tarifkonflikt zu ersten Warnstreiks auf. Auch in Stuttgart legen Beschäftigte die Arbeit nieder.

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für Freitag zu Warnstreiks in Baden-Württemberg aufgerufen – auch in Stuttgart kündigen sich demnächst Streiks an. Verdi-Funktionärin Hanna Binder sagte am Donnerstag: „Der Druck im Kessel steigt von Tag zu Tag.“ Die kommunalen Arbeitgeber sollten endlich zur Kenntnis nehmen, was ihre Beschäftigten in dieser Tarifrunde von ihnen erwarteten. „Keine warmen Worte, sondern ausreichend Entlohnung für warme Wohnungen und explodierende Lebensmittelpreise.“

 

So sind am Freitag die Mitarbeiter der Stadt Schwäbisch Hall und des örtlichen Stadtwerks zu befristeten Arbeitsniederlegung aufgerufen. Am Montag folgen dann Beschäftigte der Stadt Stuttgart, unter anderem Totengräber und andere Mitarbeiter des Garten- und Friedhofsamts. In Baden-Württemberg sind von den Tarifgesprächen nach Angaben des kommunalen Arbeitgeberverbands rund 350 000 Personen betroffen.

Mehr Geld für 2,5 Millionen Beschäftige

In der aktuellen Tarifrunde fordern Verdi und der Beamtenbund dbb 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll bei zwölf Monaten liegen. Die zweite Runde der Tarifverhandlungen ist für den 22. und 23. Februar in Potsdam geplant.