Tatort aus Köln Die Macht der Gene

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Ganz schön turbulent geht es in der sterilen Laborwelt der Genforscher zu. Nicht nur die Gentechnik-Gegner machen ihnen das Leben schwer.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Thea Bracht (tab)
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Stuttgart - Da steckt eine tote Laborassistentin kopfüber in einer Tiefkühltruhe - Kohlendioxidvergiftung durch Trockeneis. Offenbar handelt es sich um einen Sabotageakt im Kehrmann-Bredel-Institut für Pflanzenforschung, die beiden Kölner Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) ermitteln. Die wertvollen Proben, die die Gentechniker in der Kühltruhe aufbewahrt haben, sind zerstört. Ein Desaster für den Institutschef und das Forschungsteam. Sind die Gentechnik-Gegner, die draußen einen Kartoffelacker besetzt haben, in das Institut eingedrungen und haben das Kühlsystem manipuliert?

Schenk ist fest entschlossen, sich in das Thema Genforschung einzuarbeiten. Er greift deshalb sogar zum Schulbuch seiner Tochter. Die Pommes wollen ihm mit dem neu erworbenen Wissen gar nicht mehr richtig schmecken. Sind die etwa auch genmanipuliert? Ballauf hat dagegen ein privates Problem, das im weitesten Sinne ebenfalls mit Genen zu tun hat. Was sie beide schnell erkennen: In der sterilen Welt der Biologen geht es recht schmutzig zu. Zwischen glänzenden Schrankfronten und Designerstücken kämpfen die Forscher mit harten Bandagen um Ruhm und Forschungsgelder. Ein bisschen Sex muss natürlich auch sein. Rein äußerlich ist die Welt der Wissenschaft fast zu schön geraten, um wahr zu sein.

Während die beiden Kommissare ermitteln, wird David Prangel (Ole Puppe), ein weiterer Mitarbeiter des Instituts, tot aufgefunden. War es Selbstmord oder kann das alles kein Zufall mehr sein? Und welche Rolle spielt Prangels Freundin Lara Bahls (Luise Berndt)? Die wirkt trotz ihres Ehrgeizes so apathisch, dass man sie gerne schütteln würde. Sie verheimlicht doch etwas. Aber andere agieren ebenso verdächtig. Ein paar weniger Griffe in die Klischeekiste wären schön gewesen. Doch  zumindest ist der "Tatort" spannend. Deshalb: angucken lohnt sich. Wer bei dem schönen Wetter lieber draußen grillt, macht allerdings auch keinen Fehler.

 

Schlimmster modischer Fehlgriff: Die dunkelbraune Daunenweste des Umweltaktivisten Alexander Geyda (Tom Schilling).

Heimliche Stilikone: Nicht heimlich, sondern geradezu unheimlich: Sind Biologen eigentlich auch im Labor immer so adrett angezogen? Die junge Wissenschaftlerin Lara Bahls sieht im weißen Kittel genauso schön aus wie im Abenddress. Wenn sie nur etwas schneller sprechen würde.

Gefühlter Moment, in dem der Fall gelöst ist: Es gibt diverse Hinweise, die sich nach einer Stunde verdichten

Schönste Krimifloskel: "Sehen wir uns nachher?", fragt der Pathologe Joseph Roth den Kommissar Max Ballauf. "Todsicher", antwortet Ballauf.

Der Tatort "Auskreuzung" läuft am Sonntag, 25. September, von 20.15 Uhr an in der ARD. Zudem ist er in der ARD-Mediathek zu sehen.




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