„Tatort“ aus Köln Packend bis zum Finale: Der tote Arzt und die Frauen

Von  

Die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk ermitteln im Fall eines ermordeten Mediziners aus dem Kongo. Der „Tatort“ verknüpft einen fiktiven Kriminalfall mit einer Hintergrundgeschichte, die von einem Land berichtet, in dem katastrophale Zustände herrschen.

Hier kam die junge Frau aus dem Kongo ums Leben: Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, rechts) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, Mitte) mit dem Leiter der Flüchtlingsunterkunft (Volker Muthmann). Foto: WDR 16 Bilder
Hier kam die junge Frau aus dem Kongo ums Leben: Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, rechts) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, Mitte) mit dem Leiter der Flüchtlingsunterkunft (Volker Muthmann). Foto: WDR

Köln - Lesen bildet, auch wenn es sich dabei nur um Groschenromane handelt. Als der aus dem Kongo stammende Arzt Patrick Wangila ermordet aufgefunden wird, dauert es nicht lang, bis Hauptkommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär) eine erste Hypothese entwickelt: Es könnte sich um eine Beziehungstat handeln. Schließlich weiß man ja aus zahllosen Schmonzetten, dass zwischen Chefarzt und Oberschwester gerne mal eine leidenschaftliche Liaison entbrennt. Offenbar wirkt eine mit Verbandszeug und Defilibratoren vollgepackte Umgebung auf manche Menschen aphrodisierend.

Für Schenks Mutmaßung spricht, dass er bei den Ermittlungen mit seinem Kollegen Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) gleich auf mehrere Frauen trifft, die sich auffällig verhalten: Doktor Sabine Schmuck (Julia Jäger), Wangilas Kollegin in einem Kölner Krankenhaus, wirkt bei der Befragung so, als würde sie Informationen zurückhalten. Außerdem wirft sie Stationsschwester Angelika Meyer (Laura Tonke) verschwörerische Blicke zu. Wangilas Frau Vivien (Anne Ratte-Polle) wiederum weiß erstaunlich wenig über das Treiben ihres Gatten und ist überdies passionierte Bogenschützin. So ein ausgefallenes Hobby ist per se verdächtig.

Leiche mit grausigen Verletzungen

Später erfahren Schenk und Ballauf aber, dass kurz vor dem Tod des Arztes eine Frau aus dem Kongo in einem Flüchtlingsheim ums Leben gekommen ist. Gibt es einen Zusammenhang? Die Leiche weist Spuren grausiger Verletzungen auf, die ihr einst marodierende Milizen in ihrer Heimat zugefügt hatten. Dann taucht auch noch Wangilas Bruder Theo (Jerry Kwarteng) auf, ebenfalls ein Kriegsflüchtling aus dem westafrikanischen Staat.

Der „Tatort“ (Regie: Torsten C. Fischer) verknüpft so einen fiktiven Kriminalfall mit einer Hintergrundgeschichte, die von einem Land berichtet, in dem katastrophale Zustände herrschen. Ein solches Unterfangen geht nicht selten schief, wenn der eigentliche Plot in den Hinter- und das aufklärerische Interesse, von realen Missständen zu erzählen, in den Vordergrund rückt. Der neue Kölner Fall indes bleibt bis zum blutigen Finale packend.

Tatort: Narben (ARD), Sonntag 20.15 Uhr