Tatort-Kritik: „Das Team““ Einer muss der Mörder sein

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Bei „Das Team“ hat Jan Georg Schütte seine Schauspieler improvisieren lassen. Sie mussten sich also ganz auf ihre Figuren einlassen. War das Anschauen einen Feiertagsabend wert? Unser Schnellcheck.

Die MP im Anschlag: Sieben Kommissare müssen vor einem Mörder  geschützt werden. Foto: WDR/Tom Trambow 17 Bilder
Die MP im Anschlag: Sieben Kommissare müssen vor einem Mörder geschützt werden. Foto: WDR/Tom Trambow

Stuttgart - Was taugt „Das Team“? Der neue „Tatort“ mit sieben Kommissaren und ohne Drehbuch in unserem Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen In Nordrhein-Westfalen sind bereits vier Kriminalkommissare gezielt ermordet worden. Eine Art Klausurtagung von sieben Kommissaren aus verschiedenen Ecken des Landes, einberufen vom Polizeipräsidenten, soll angeblich ein Superteam formen und neue Fahndungsansätze bringen.

Zahl der Leichen Knapp ein Dutzend, wenn man die massakrierten Egos der Tagungsteilnehmer dazurechnet – und die vier Ermordeten, die schon zu Beginn von „Das Team“ in der Gerichtsmedizin liegen.

Weiterbildung Wie andere Arbeitnehmer auch lernen die Polizisten: Ihre Vorgesetzten glauben mittlerweile, Berater von außerhalb wüssten viel mehr über ihren Job als sie selbst. Also hat bei dem Treffen in einem leerstehenden Tagungshotel kein altgedienter Fahnder die Zügel in der Hand, sondern ein gewieftes Brüderpaar (Charly Hübner und Bjarne Mädel) von der lebensecht benannten Firma „Crisis Performance Consult“.

Teambildung Die Polizisten, allesamt potenzielle Zielpersonen, sind angespannt, misstrauisch, überfordert. Das lassen sie aneinander aus, vereint im Genervtsein.

Teamspaltung Faber (Jörg Hartmann) aus Dortmund durchschaut die Tagung: „Ihr wollt nicht ein Team aus uns machen. Ihr glaubt, dass es einer von uns war.“

Doppelpack Es gab durchaus Krimispannung. Den schöneren Nervenkitzel aber lieferte die Frage, ob die Schauspieler aus der Rolle fallen würden. Das Ensemble bekam kein Drehbuch, jeder bekam nur Infos über seine Figur und musste zwei Tage lang vor 36 Kameras improvisieren.

Unser Fazit Bislang gingen Improvisationen beim „Tatort“ eher daneben. Diese war höchst pfiffig. Der Regisseur Jan Georg Schütte („Klassentreffen“) hat viel Erfahrung mit dieser Methode, bei ihm laufen die Darsteller zu großer Form auf

Spannung Note 1; Logik Note 3