Tatort-Kritik Teambildung in Frankfurt

Von Katharina Sorg 

Den beiden neuen „Tatort“-Ermittlern, dargestellt von Joachim Król und Nina Kunzendorf, gelingt ein vielversprechender Auftakt.

Joachim Król und Nina Kunzendorf sind das neue Ermittlerteam des Frankfurter Tatorts. Foto: dapd
Joachim Król und Nina Kunzendorf sind das neue Ermittlerteam des Frankfurter Tatorts. Foto: dapd

Frankfurt - Unterschiedlicher könnten die beiden Ermittler nicht sein, und deutlicher könnte dies dem Zuschauer auch nicht gemacht werden. Conny Mey ist der Hingucker auf den Polizeifluren, wird von den Kollegen aber unterschätzt. Frank Steier ist ein Grummler, der nicht teamfähig ist, aber als Könner unter den Kommissaren gilt. Sie trägt rote Cowboystiefel zur engen Jeans und tief dekolletierte Oberteile. Er trägt graues Hemd zu grauem Anzug und grauem Mantel. Das Fähnchen mit der Aufschrift "Unterschiedlich" wird also heftig geschwungen in der ersten Folge "Eine bessere Welt". Dennoch spielen Nina Kunzendorf als Kommissarin Mey und Joachim Król als Kommissar Steiner die Klischees nicht plump aus. Vielmehr entsteht in der ersten Folge ein Team in Frankfurt, dem man gerne zuschaut.

Mehr Thriller als Krimi

Das Kennenlernen verläuft parallel zu den Ermittlungen. "Hallo, ich möchte einen Mord melden", mit diesen Worten steht Sven Döring mitten in der Nacht im Frankfurter Polizeipräsidium. Sein Sohn liegt seit einem Jahr im Koma, nun wollen die Ärzte die Geräte abstellen. Anzeigen möchte er eine junge Frau, Mariam, die er beschuldigt seinen Sohn damals absichtlich angefahren zu haben. Verwirrt wirkt der Vater und gefährlich, unsympathisch. Er droht indirekt damit, selbst etwas zu unternehmen, sollte die Polizei die junge Frau nicht endlich festnehmen. Damit beginnt das Dilemma für die Ermittler, denn solange der Vater nichts getan hat, können auch sie nichts unternehmen. Das Psychospiel beginnt. Nach und nach offenbart sich der Wahnsinn, dem der Sohn jahrelang ausgeliefert war. Die "Tatort"-Folge ist mehr Thriller als Krimi, der Vater erscheint dabei als etwas zu klar gezeichnet, das Böse versteckt sich kaum. Dass es spannend bleibt, liegt vor allem am neuen Team.

Den Tatort zum Nachschauen gibt's in der ARD-Mediathek.