Kritik zum „Tatort“ Hanebüchenes aus Wien

Von Frank Rothfuß 

Wir haben den „Tatort“ aus Wien gesehen. Der Krimi mit Moritz Eisner und Bibi Fellner entpuppt sich als hanebüchenes Eifersuchtsdrama.

Die Freundin der Toten: Emily Cox (Sybille Wildering).  Foto: Cult Film 11 Bilder
Die Freundin der Toten: Emily Cox (Sybille Wildering). Foto: Cult Film

Stuttgart - Was taugte „wahre Lügen“. Der neue „Tatort“ aus Wien im Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Die Journalistin Sylvie Wolter (Susanne Gschwendtner) wird ermordet, ihre Leiche im Wolfgangsee versenkt. Zunächst glauben die Ermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) Wolter sei ermordet worden, um einen Korruptionsskandel zu vertuschen; am Ende stellt sch heraus: Es war ein Eifersuchtsdrama.

Zahl der Leichen Vier.

Die echte Leiche Der österreichische Verteidigungsminister Karl Lütgendorf hatte 1977 wegen Waffengeschäften zurücktreten müssen. 1981 starb er durch einen Schuss in den Mund. Laut Polizei hat er sich selbst getötet. Bis heute halten sich die Gerüchte, er sei umgebracht worden. Darauf nimmt der „Tatort“ Bezug.

Die Modesünde des Films Sybille Wildering (Emily Cox), die Freundin der Toten, versucht den Waffenschieber David Weimann (Robert Hunger-Bühler) zu verführen – im Badeanzug mit Gepardenmuster.

Der Doppelgänger Staatsschützer Lukas Kragl (Sebastian Wendelin) ist ein junger karrieregeiler Wilder. Und sieht so aus wie Österreichs Kanzler Sebastian Kurz.

Das ungelöste Rätsel Wer tötete den pensionierten Polizisten Hans-Peter Kirchweger (Peter Matic)? Das bleibt offen.

Unser Fazit Die Auflösung ist hanebüchen. Die Journalistin Wolter verliebt sich bei ihren Nachforschungen ausgerechnet in den Waffenschieber Weimann, „weil sie wieder mit einem Mann zusammenleben will“. Dann startet die verschmähte Sybille Wildering einen Rachefeldzug – und tötet beide im Stile eines Auftragskillers.

Spannung Note 3; Logik Note 5