Im TV-Quiz „Wer weiß denn sowas“ ist „Tatort“-Star Wotan Wilke Möhring an den Leonberger Hunden gescheitert. Was hat es mit den Vierbeinern aus der Stadt bei Stuttgart auf sich?
Es war die alles entscheidende Frage bei „Wer weiß denn sowas?“ am Mittwochabend im Ersten: Tatort-Star Wotan Wilke Möhring, sein Kontrahent Bernhard Hoëcker und ihre beiden Teampartnerinnen hatten jeweils die Chance, den Sieg auf ihre Seite zu ziehen – die richtige Antwort auf die „Masterfrage“ der TV-Quiz-Show vorausgesetzt.
Welche Hunderasse nach einer deutschen Stadt benannt sei, lautete diese Frage: A) Leonberger, B) Pinscher oder C) Broholmer. Schauspieler Wotan Wilke Möhring setzte auf C und lag daneben – für Einwohner der Stadt Leonberg bei Stuttgart war die richtige Antwort derweil offensichtlich. Denn es handelt sich natürlich um den flauschigen Leonberger Hund, der nicht nur nach der Stadt Leonberg benannt ist, sondern – wahrscheinlich – auch hier seinen Ursprung fand.
Es waren die frühen 1840er Jahre, als der Leonberger Stadtrat Heinrich Essig eine Neufundländer-Hündin mit einem Bernhardiner-Rüden kreuzte. Letzterer stammte vom St. Bernhardsberg in der Schweiz. Wie Essig einige Jahre später in einem Brief an einen Hundehändler in Köstritz schrieb, hatte er jenen Bernhardiner außerdem mit dem „großen Wolfshunde aus den Pyrenäen verbessert“. Spätestens ab 1846 züchtete Heinrich Essig diese Hunde unter der Marke „Leonberger“, das geht aus dem gleichen Brief hervor.
Leonberger Hund – war das Wappentier von Leonberg Vorbild?
Laut dem Deutschen Club der Leonberger Hunde war Essig einer der großen Hundehändler seiner Zeit – in Fachkreisen allerdings auch umstritten. Das mag auch daran gelegen haben, dass er mit seinem Geschäft sehr erfolgreich war und gut daran verdiente.
Der Legende nach wollte Essig wohl einen Hund züchten, der dem Wappentier der Stadt Leonberg – einem Löwen – möglichst ähnlich sah. Und einigermaßen erfolgreich war er wohl schon: Die Leonberger Hunde sind groß, kräftig und haben eine flauschige, löwenähnliche Mähne. Wegen ihrer Kraft wurden die Hunde im 19. Jahrhundert als Zugtiere oder treue Bewacher von Höfen und Häusern geschätzt. Außerdem waren sie beliebtes Motiv für einige Tiermaler. Und sie schafften es als Statussymbol sogar in einige Königshäuser.
Allerdings folgte im späten 19. Jahrhundert nach einem regelrechten Leonberger Boom auch der Fall: Beliebt war zu dieser Zeit nämlich auch der Bernhardiner, ähnlich groß und zottelig. So manche konkurrierenden Händler schmähten den Leonberger als Bernhardiner-Abklatsch. Der Spruch „Was man nicht definieren kann, das sieht man gut als Leonberger an“ verbreitete sich.
Wotan Wilke Möhring kennt jetzt den Leonberger Hund
Umstritten ist derweil auch, ob Heinrich Essig tatsächlich der erste war, der die Kreuzung von Bernhardiner und Neufundländer anging. So soll im 16. Jahrhundert bereits die Fürstenfamilien Metternich Hunde besessen haben, die dem Leonberger mehr als ähnlich sahen. Essig war aber zumindest derjenige, der den Hunden einen Namen gab und sie als Marke bekannt machte.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Zahl der Leonberger Hunde stark dezimiert – die heute existierenden Leonberger Hunde stammen wohl von den wenigen Überlebenden des Krieges ab. Inzwischen wird der Hund nach strengen Richtlinien gezüchtet. Über all die Jahre behalten hat der Leonberger das sanfte Gemüt, für das er bekannt ist – und das ihn vor allem als Familienhund beliebt macht.
Spätestens seit der TV-Show am Mittwoch weiß Wotan Wilke Möhring auch um die Existenz der flauschigen, sanften Riesen – und wird Fragen rund um die Leonberger Hunderasse in Zukunft wohl mit Bravour meistern.