Tauchaktion in Stuttgart Feuerwehr fischt gestohlenen Roller aus dem Neckar

Von Wolf-Dieter Obst 

Die von den Stadtwerken vermieteten Stella-Elektroroller sind sehr beliebt – leider auch bei Dieben. Nun hat das Thema auch die Feuerwehr beschäftigt.

Von der Feuerwehr geborgen: Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Von der Feuerwehr geborgen: Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Nach fast einem Jahr ist ein gestohlener Miet-Elektroroller wieder aufgetaucht – im wahrsten Sinne des Wortes. Taucher der Stuttgarter Feuerwehr zog den Stella-Motorroller am Donnerstag bei Münster aus den Fluten des Neckars. Der Dieb hatte das Miet-Fahrzeug offenbar nicht zum Starten bekommen und dann bei der Aubrücke einfach entsorgt.

Der einst hellblaue Stella-Roller bietet ein trauriges Bild: Muscheln und anderes Wassergetier haben sich sich eingenistet, das Chassis ist voller Schlamm und Algen. Im Juni 2018 war das Gefährt zuletzt im Einsatz, der letzte Mieter hatte es in der Austraße in Münster abgestellt. Bis ein Motorroller-Dieb zuschlug. Zwar konnte er das Lenkradschloss knacken, aber nicht die Wegfahrsperre überwinden. Zunächst schob er das Fahrzeug ein paar Hundert Meter – dann versenkte er die Beute im Neckar. „Das Satelliten-Signal endete auf der rechten Seite der Aubrücke“, sagt Karoline Graevenitz von den Stadtwerken Stuttgart, die die Stella-Flotte mit 200 Miet-Rollern betreiben.

Das Gefährt lag in 3,50 Metern Tiefe

Bei einem Kontakt mit der Feuerwehr kam er mal auf den mutmaßlich versenkten Roller zu sprechen – und bekam die Zusage, dass die Taucher im Rahmen einer Übung nach dem Gefährt suchen würden. Am Donnerstag war es so weit: „Der Roller wurde in dreieinhalb Meter Tiefe geortet“, sagt die Stadtwerke-Sprecherin. Aber auf der linken Seite der Brücke. Offenbar die Strömung.

Die Freude über den wiederbeschafften Roller hält sich freilich in Grenzen. „Da lässt sich nichts mehr reparieren“, so Karoline Graevenitz. 5000 Euro Totalschaden. Derweil häufen sich die Diebstahlsversuche der Elektroroller. Erst am vergangenen Samstag wurde in Botnang ein Fahrzeug fortgeschleppt. Allerdings erwies sich auch hier die Wegfahrsperre als unüberwindlich. Immerhin ließ der Täter das Gefährt im Gebüsch zurück.

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