Tauziehen um kleine Maria Leibliche Mutter will das Kind zurück

Die kleine Maria mit ihren Zieheltern. Foto: GREEK POLICE / dpa
Die kleine Maria mit ihren Zieheltern. Foto: GREEK POLICE / dpa

Das Ringen der Behörden um das Schicksal des kleinen Mädchens Maria dauert an. Ein langes juristisches Verfahren steht offenbar bevor. Die leibliche Mutter will das Kind zurückhaben.

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Sofia/Athen - Bulgarien fordert von Griechenland die Rückkehr des blonden Roma-Mädchens Maria, nachdem vor vier Tagen dessen leibliche bulgarische Mutter ermittelt worden war. „Die staatliche Agentur zum Schutz des Kindes wird die notwendigen Maßnahmen zur Rückkehr des Mädchens treffen“, erklärte die Behörde am Dienstag in Sofia. Doch auch das griechische Roma-Paar, bei dem die etwa Fünfjährige vor knapp zwei Wochen gefunden wurde, will das Kind behalten.

Die Rechtsanwälte des griechischen Paars stellten am Dienstag einen Antrag auf Haftverschonung, wie dessen Rechtsanwälte im griechischen Rundfunk sagten. Die 40-jährige Frau und ihr 39-jähriger Partner waren am Montag vergangener Woche wegen des Verdachts auf Kindesentführung und Urkundenfälschung in U-Haft genommen worden.

Der Vorwurf der Kindesentführung ist nun nach Auffassung der Anwälte des griechischen Roma-Paares nicht mehr aufrecht zu erhalten. Die leiblichen Eltern des Mädchens hatten die Aussage der Zieheltern bestätigt, dass sie das Kind freiwillig weggegeben hätten. Die 35 Jahre alte leibliche Mutter hat dem bulgarischen Fernsehsender TV7 jedoch inzwischen gesagt, ihr Kind zurückhaben zu wollen.

Entscheidung in den nächsten Tagen

Die griechische Justiz will in den kommenden Tagen entscheiden, wie es mit dem Kind weitergehen soll. Juristen waren am Dienstag der Ansicht, das Verfahren könne mehrere Monate dauern. Zurzeit befindet sich die kleine Maria in Obhut einer Kinderhilfsorganisation bei Athen.

Marias leibliche Eltern sind bulgarische Roma. Sie wurden mit einem DNA-Test ermittelt. Die Mutter hatte Maria in Griechenland zur Welt gebracht, wo sie mit ihrem Mann gearbeitet hatte. Sie bestreitet, ihr Kind verkauft zu haben.

Die bulgarische Kinderschutzbehörde erklärte, sie wolle Maria in einem „sicheren Umfeld“ unterbringen, das ihre Gesundheit, Bildung und Entwicklung garantiere. Marias Eltern leben in dem kleinen südbulgarischen Ort Nikolaewo in bitterer Armut. Sie haben sieben weitere minderjährige Kinder.




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