Technische Gymnasiasten aus Göppingen erforschen den Bodensee Trockenen Fußes geht es auf Tauchstation

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Sechs Zwölftklässler des Technischen Gymnasiums Göppingen begeben sich an diesem Sonntag an Bord des Forschungsschiffes Aldebaran auf den Bodensee – eine Belohnung für ihr Buggy-Projekt im Rahmen des Mint-Programms der Baden-Württemberg-Stiftung.

Jede Menge über die Gewässer-Ökologie  erfahren  und das Panorama der Alpen genießen: bei einer Fahrt auf der  Aldebaran ist  beides möglich. Foto: Aldebaran-Crew
Jede Menge über die Gewässer-Ökologie erfahren und das Panorama der Alpen genießen: bei einer Fahrt auf der Aldebaran ist beides möglich. Foto: Aldebaran-Crew

Göppingen/Bodensee - Dass Schüler in den Pfingstferien einen Ausflug an den Bodensee unternehmen, ist nichts Außergewöhnliches: Zelten, Abhängen, mit Freunden Spaß haben. Sechs Jungs im Alter von 17 bis 19 Jahren, die am Technischen Gymnasium (TG) in der Göppinger Öde die zwölfte Klasse besuchen, brechen an diesem Sonntag ebenfalls in Richtung Friedrichshafen auf – allerdings nicht, um zu feiern, sondern um an Bord des Forschungsschiffs Aldebaran, etwas über die der Gewässerökologie zu erfahren und natürlich selbst zu experimentieren.

Dass sie das mitten in der schulfreien Zeit tun, ist nicht selbstverständlich. Oder doch? „Es ist einfach toll, wenn man für seine Arbeit belohnt wird. Für uns ist diese Tour auf der Aldebaran eine Ehre“, sagt Jan Henrik Spiegel und spricht damit auch für seine Kameraden, die ebenfalls zu der Projektgruppe Buggy gehören. Die Arbeit, über die der 17-Jährige spricht, findet im übrigen ebenfalls außerhalb der regulären Unterrichtszeit statt.

Nach den großen Ferien soll der dreirädrige Buggy fahren

Vor knapp einem Jahr hat Matthias Becer, der am TG unter anderem als Elektrotechniklehrer tätig ist, die Zwölftklässler dazu motiviert, sich am Programm „mikro makro mint“ der Baden-Württemberg Stiftung zu beteiligen. Die Stiftung will damit das Interesse an Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint) fördern. Die Göppinger Gymnasiasten waren schnell begeistert und sind seit acht Monaten damit beschäftigt einen dreirädrigen, elektrobetriebenen Buggy zu konstruieren und zu bauen.

Dass das alles nicht so ganz einfach ist, hat sich in der Praxis rasch gezeigt. Schließlich soll das zwei Meter lange und ein Meter breite Gefährt nicht nur funktionieren, sondern auch noch innovativ sein. So genügt es nicht, allein auf einen E-Antrieb zu setzen. Dieser muss zudem in der Lage sein, frei werdende Energie, die beispielsweise beim Bremsen entsteht, zurückzugewinnen. Dafür müssen die jungen Ingenieure zwar noch einiges tun, etwa die Steuerung programmieren. „Unser Buggy soll aber nach den großen Ferien fahren“, zeigt sich der Lehrer Matthias Becer zuversichtlich.

Mit der Unterwasserdrohne geht es dem Bodensee auf den Grund

Offenbar hat jedoch schon das, was die TGler bis dato geleistet haben, die Verantwortlichen der Baden-Württemberg Stiftung überzeugt. Denn zur Belohnung für ihr Engagement wurden sie als eines von insgesamt 20 Jungforscher-Teams aus dem ganzen Land für den Trip auf der Aldebaran ausgewählt. Aus der gesamten Region Stuttgart sind heuer ansonsten lediglich sieben Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Marbach (Kreis Ludwigsburg) in diesen Genuss gekommen.

Das knapp 14 Meter lange und mehr als vier Meter breite Forschungsschiff, das nach einem Doppelstern im Sternbild Stier benannt ist, bietet für eine spannende Exkursion die besten Bedingungen: vollgepackt mit hochmoderner Technologie unter Begleitung von renommierten Wissenschaftlern, wie etwa dem Gewässerökologen Hannes Imhof von der TU München.

Was sie auf dem Bodensee genau erwartet, wissen die Göppinger Gymnasiasten indes noch nicht. Praxisnah wird es aber auf alle Fälle. Sebastian Esenwein etwa freut sich speziell auf eine Kamerafahrt mit der Unterwasserdrohne, „die wir von Deck aus hoffentlich selbst steuern dürfen, um den Seegrund zu erkunden“. Es geht also trockenen Fußes auf Tauchstation, wobei die sechs TGler angesichts der Wetterprognosen – womöglich versehentlich – auch mal freiwillig ins Wasser fallen.