Stadtkind Stuttgart

Techno mit Semf, bitte Die Headliner

Von Martin Elbert 

Sven Väth, Chris Liebing, Moonbootica - in der Semf-Kolumne stellen wir die Headliner des Techno-Festivals vor. Hier kommt Teil 1.

Sven Väth ist einer der Headliner beim SEMF.  Foto: dpa 3 Bilder
Sven Väth ist einer der Headliner beim SEMF. Foto: dpa

Stuttgart- Techno-Festivals, wie wir sie heute kennen, wurden Anfang der 90er geboren. Parallel in England und in Deutschland kamen findige Veranstalter im Zuge des ersten Hypes auf die Idee, einfach alle aktuell angesagten und bekannten DJs auf eine riesige Party zu packen und so den größtmöglichen Erfolg zu generieren. An diesem Konzept hat sich bis heute meist nichts geändert, außer vielleicht die Ausrichtung im Detail. Die einen gehen auf Nummer sicher, die anderen sind um Coolness, Freshness, Experimentierfreudigkeit und Vielseitigkeit bemüht - um die großen Namen herum kommt aber keines der Happenings. Teil Eins der Headliner, die dieses Jahr auf der Messe die Massen anlocken soll.


Sven Väth

Ob Messias, Babba oder doch Opa - darüber wird man sich in den nächsten Jahren streiten. Macht es aber wahrscheinlich wie Mick Jagger, tritt einfach mit „gude Laune“ auf bis zum Grab. Der einzige (deutsche) Techno-DJ, den sogar Mutti und Vati kennen. 25 Jahre Dance-Geschichte, erst elektrisch gesalzt, dann Unfall im Paradies und irgendwann tropfte sein und dein Schweiss. Daneben mit dem Label Cocoon eines der wenigen Techno-Imperien aufgebaut, das leider trotz aller Erfolge als Hitmaschine oder Ibiza-Eventreihe kürzlich einen herben Rückschlag einstecken und den gleichnamigen „Super-Club“ in Frankfurt schließen musste. Lief nicht mehr. Nicht nur dank seines vielzitierten „Gude Laune“-Auftritts auf der Time Warp 2006, quasi die Trappatoni-Flasche-leer-Ansprache der Techno-Branche, ist Väth unsterblich. It´s all about feierei. Wort.


Klassiker: Dein Schweiss

 

Facebook Status: Derzeit schwitzen knapp 590.000 Fans mit.

 


Chris Liebing

Um die Jahrtausendwende tobte ein schwerer Kampf um die deutsche Techno-Krone: Väth oder Liebing? Der gebürtige Giessener Dauergrinser hat sich damals rasant in die Herzen der Tänzer gespielt und bekam folgerichtig 2003 den German Dance Award in der Kategorie „Best National DJ“ überreicht. Der Meister Babba hat damals den Like-Daumen nicht gehoben. Heutzutage macht jeder sein Ding. Offensichtlich ist nur, dass Liebing der Modernere von beiden ist. Seine treibenden Sets kreiert der Frankfurter phantasievoll an zwei Laptops und jenen Gerätschaften, die der Hobbybastler in MacGyver-Manier mitunter selbst bastelt. Väth legt einfachhalber puristisch (noch) Vinyl auf die Teller.

Liebing hat sich mit dem Label CLR ein kleines Reich geschaffen, das für strammen Techno steht, schippert jede Woche über die sieben Weltmeere und legt allein an Silvester an vier verschiedenen Orten auf. Nach seinem Set auf der SEMF macht er sich übrigens noch rüber nach Frankreich.

Chris Liebing – American Madness

 

Facebook Status: Knapp 350.000 Grinsekatzen.


Jamie Jones

Das Booking mit dem höchsten Innovationsgrad auf der diesjährigen SEMF. Jamie Jones hat man nämlich in Stuttgart noch nicht gehört und den kennt der Lokalraver maximal von Ibiza. Denn auf der Insel hostete Jones unter dem Namen „Paradise“ DC10 einen wöchentlichen Abend im DC10 in der zurückliegenden Saison. Diese Chance bekommt nicht jeder, sondern nur die (ganz) Großen. Nachdem Jamie Jones von der Online-Plattform Resident Advisor, das wichtigste Medium der Szene, zum DJ des Jahres 2011 gekürt wurde, war er endgültig ein ganz Großer. Zuvor wurde der Brite mit der leicht melancholischen Nummer „Summertime“ bekannt.

 

Facebook Status: 135.000 suchen das Paradies.

 

 

Moonbootica

Waren schon letztes Jahr auf der Messe und auch vorletztes Jahr in Esslingen im Eisstadion. Nice Dudes sagt man gerne zu solch sympathischen Zeitgenossen, die eine Bank sind und maximales Im-Viereck-springen garantieren, egal ob mit Sets oder Hits wie „Der Mond“. Die beiden Hamburger Kowesix und Tobi Tobsen, der eine fast so groß wie der Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz, der andere in etwa so abgerundet wie Cartman aus Southpark, legen mit stoischer Gelassenheit ultraharte, fipsige Electro-Bratze auf. Damit nehmen sie bei dem diesjährigen Festival eine Sonderrolle ein, weil die Kollegen gehen eher die straighte Techno-House-Richtung

Moonbootica ft. Redman

Facebook-Status: 85.000 Durchdreher

 

Teil 2 der Headliner folgt dann am kommenden Samstag.

 

 

 




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