Tegerhof in Stuttgart-Degerloch Passanten sorgen sich um Gänse in der prallen Sonne

Von Tilman Baur 

Die Gänseschar vom Tegerhof in Stuttgart-Degerloch ist bekannt. Immer wieder stehen aber auch sorgenvolle Passanten am Zaun. Die Brüder Patrick und Friedrich Haag entkräften die Bedenken.

Der Gänsestall Foto: privat/Patrick Haag
Der Gänsestall Foto: privat/Patrick Haag

Degerloch - Der Tegerhof liegt an der Epplestraße und damit an exponierter Stelle in Degerloch. Für Friedrich und Patrick Haag, die den Hof betreiben, hat das Vor- und Nachteile. Einerseits nehmen viele Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger den Hof wahr. Andererseits entstehen so auch Missverständnisse. Die Menschen sehen die Gänse und Rinder nämlich nur dann, wenn sie auf der Wiese stehen. Bei praller Sonne kann so der Eindruck entstehen, dass sie keinen kühlen Aufenthaltsort haben.

Darum sorgt sich eine Leserin unserer Zeitung. „Egal welches Tier ich beobachte, bei Hitze sucht jede Kreatur nach Erleichterung im Schatten. Diese Art der Haltung ist sicher nicht artgerecht, da auf der ganzen Wiese keinerlei Möglichkeit besteht, Schatten zu finden. Ich wundere mich schon seit Jahren, dass sich um diese Zustände amtlicherseits niemand kümmert“, schreibt sie. Für Friedrich und Patrick Haag sind solche Bedenken nicht neu. „Jeden Sommer halten zwischen fünf und zehn Leute an und fragen uns danach“, sagt Friedrich Haag.

Noch etwas anderes bereitet Passanten Sorgen

Die Brüder nehmen sich dann Zeit, um alles zu erklären und die Bedenken zu zerstreuen. Denn Schatten hätten die etwas mehr als 500 Gänse auf dem Hof sehr wohl, nämlich einen belüfteten Stall, dessen großes Tor den ganzen Tag lang für die Tiere geöffnet ist. „Von der Straße aus sieht man den Stall leider nicht“, so Friedrich Haag. Die Gänse würden den Stall morgens verlassen, viele nur zurückkehren, wenn die Temperaturen über 30 Grad stiegen. Genau könne man das aber nicht sagen, die Tiere seien nämlich ständig in Bewegung.

Auch wegen der Wasserversorgung der Gänse würden sich manche Passanten Sorgen machen, erzählt Friedrich Haag. „Dann weisen wir sie auf die große Tränke hin, die die Gänse nutzen“, so der Betreiber. Der Vorgänger der Brüder, Rolf Wais, hatte gar einen Teich als Wasserstelle für die Tiere ausgehoben. Die Behörden ließen ihn jedoch mit Verweis auf die Geflügelpestverordnung absperren. Laut Verordnung besteht bei einer offenen Wasserstelle die Gefahr, dass sich Wildvögel niederlassen, wodurch Infektionsgefahr für die Gänse besteht.

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