Tegut kommt nach Schmiden Ein neuer Supermarkt für die Ortsmitte

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Zum Jahresbeginn haben in Schmiden der Netto-Markt und die Filiale der Metzgerei Kühnle geschlossen. Auf diese langjährig eingesessenen Läden müssen die Bewohner verzichten, aber bald kommt Ersatz.

Weg mit den veralteten Schildern: Am Standort des ehemaligen Netto-Marktes wird es bald einen Supermarkt der Schweizer Kette Tegut geben. Foto: Brigitte Hess
Weg mit den veralteten Schildern: Am Standort des ehemaligen Netto-Marktes wird es bald einen Supermarkt der Schweizer Kette Tegut geben. Foto: Brigitte Hess

Schmiden - Auf zwei langjährig eingesessene Ladengeschäfte werden die Schmidener künftig verzichten müssen – dafür bekommen sie bald einen neuen Supermarkt mit besonders großem Bio-Angebot und ein neues Café. Schon zum Jahresende hat die Filiale der Metzgerei Kühnle, die zehn Jahre vor Ort war, geschlossen. Ende vergangener Woche wurde auch der Netto-Markt geräumt.

Dass Netto raus muss, war schon länger bekannt

Dass Netto raus muss, war schon länger bekannt. „Wir haben vom Hausbesitzer keine Verlängerung des Mietvertrages bekommen“, sagt der zuständige Verkaufsleiter Tamer Makhalfa. Netto hätte den Standort gerne behalten. Das Personal werde in umliegende Netto-Märkte übernommen, versichert Makhalfa. Die Schmidener werden nach einer Umbaupause aber auch künftig an dieser Stelle wieder einkaufen können: In den Räumen eröffnet im März auf 530 Quadratmetern ein Supermarkt der Kette Tegut, ein Ableger der Schweizer Migros-Gruppe. Ein regionaler Bäcker wird dort das Angebot ergänzen. „Die Tegut-Märkte führen ein gehobenes Sortiment mit viel Bio-Ware“, sagt Sabine Laartz vom Presseamt der Stadt Fellbach.

Auch am Standort der Metzgerei Kühnle tut sich was: Dort eröffnet die nebenan gelegene Bäckerei Mildenberger ein Café. Metzgermeister Fritz Kühnle hätte den Standort gerne behalten, hatte aber Probleme, ausreichend Fachpersonal zu bekommen. Nachdem der Filialleiter in Schmiden in Ruhestand gegangen sei, habe er keinen Nachfolger gefunden und musste mit reduzierten Öffnungszeiten reagieren. „Qualifiziertes Personal ist sehr schwer zu bekommen, und man kann eine Metzgerei nicht erfolgreich mit Hilfskräften betreiben“, sagt Fritz Kühnle. Aus diesem Grund hat die Großmetzgerei auch ihre Filiale in der Fellbacher Maicklerstraße aufgegeben. Die Umsätze in beiden Zwei-Mann-Betrieben seien zwar nicht berauschend, aber in Ordnung gewesen, sagt Kühnle.

Besonders der Mittagstisch ist bei Kühnle gelaufen, aber die Einnahmen haben nicht gereicht

Besonders der Mittagstisch sei gelaufen, in Fellbach kamen die vielen Schüler des naheliegenden Schulzentrums dazu. „Aber von Schüler-Leberkäse-Weckle für 1,20 Euro muss man natürlich etliche verkaufen, bis der Umsatz stimmt – und in den Ferien fallen auch die weg“, schränkt Kühnle ein. Auch die großen Supermärkte und Discounter, die alle Fleisch- und Wurstwaren verkaufen, machen den Metzgereien Konkurrenz, so Kühnle.

„Natürlich gibt es Leute, die nur bei „ihrem“ Metzger kaufen, aber viele nehmen eben auch Fleisch- und Wurstwaren gleich beim Einkauf im Supermarkt mit“, erklärt Kühnle. So habe er auch die Neueröffnung des Edeka-Marktes in Fellbach gespürt. Eine Metzgerei an jedem Eck, wie es heute noch bei den Bäckereien der Fall ist, das gäbe es in den meisten Städten schon lange nicht mehr, sagt Kühnle. Auch der neue Tegut-Markt wird Fleisch- und Wurstwaren führen.