Die Betrüger meldeten sich gleich zweimal bei der Seniorin aus Remshalden (Symbolfoto). Foto: IMAGO/Funke Foto Services
Mit einem perfiden „Schockanruf“ bringen Telefonbetrüger eine Seniorin aus Remshalden um ihren Schmuck. Als die Täter am nächsten Tag erneut Geld fordern, schöpft die Frau Verdacht.
Wieder schlagen Telefonbetrüger im Rems-Murr-Kreis zu. Nur wenige Tage nachdem eine Seniorin aus Kernen um ihre Ersparnisse gebracht wurde, ist nun eine Frau aus Remshalden-Geradstetten Opfer der perfiden Masche des sogenannten „Schockanrufs“ geworden. Die Täter erbeuteten Schmuck im hohen fünfstelligen Wert. Erst als sie am nächsten Tag erneut Geld forderten, wurde die Seniorin misstrauisch – und informierte die Polizei.
Wie die Polizei mitteilt, erhielt die Frau aus dem Finkenweg am Mittwochabend einen Anruf von Unbekannten. Am anderen Ende der Leitung: angebliche Polizeibeamte. Ihre erschütternde Nachricht: Der Sohn der Seniorin habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und müsse nun gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt werden.
Seniorin übergibt Schmuck im Wert von Zehntausenden Euro
Unter dem Eindruck der dramatischen Schilderung und in Sorge um ihren Sohn übergab die Frau noch am selben Abend Schmuck im Wert von mehreren Zehntausend Euro an einen Abholer. Der Mann wird als auffällig groß beschrieben. Zur Tatzeit soll er Jeans, braune Schuhe und eine braune Jacke getragen haben.
Am Donnerstag meldeten sich die Betrüger erneut. Diesmal behaupteten sie, die hinterlegte Kaution reiche nicht aus – weitere Wertsachen müssten übergeben werden. Doch diesmal schöpfte die Seniorin Verdacht und informierte die Polizei. Zu einer weiteren Übergabe kam es nicht.
Zeugenaufruf: Hinweise zu auffälligem Mann im Finkenweg gesucht
Die Ermittler bitten Zeugen, denen der beschriebene Mann am Mittwochabend im Bereich Finkenweg aufgefallen ist, sich unter Telefon 07151 / 65061 beim Polizeiposten Weinstadt zu melden.
Beim „Schockanruf“ setzen Täter gezielt auf Angst und Zeitdruck. Sie geben sich als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Krankenhausmitarbeiter aus und behaupten, ein naher Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht oder sei selbst in Lebensgefahr. Um eine angebliche Haft oder Behandlung zu verhindern, verlangen sie hohe Geldbeträge oder Wertgegenstände.
Die Polizei rät:
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
Legen Sie auf und rufen Sie Ihre Angehörigen direkt unter der Ihnen bekannten Nummer an.
Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte.
Informieren Sie sofort die Polizei über den Notruf 110.
Gerade ältere Menschen geraten immer wieder ins Visier der Betrüger. Die Polizei appelliert deshalb, insbesondere lebensältere Verwandte und Bekannte über die Vorgehensweise der Täter aufzuklären. Weitere Informationen und Präventionstipps gibt es auf der offiziellen Beratungsseite der Polizei.