Seit mehr als einem Monat können Telekom-Kunden im Osten von Stuttgart-Möhringen nicht mehr telefonieren. Warum braucht das Unternehmen so lange, um den Schaden zu beheben?

Stadtleben und Stadtkultur : Alexandra Kratz (atz)

Seit mehr als vier Wochen können Telekom-Kunden im Osten von Stuttgart-Möhringen nicht mehr telefonieren. Betroffen sind wohl unter anderem Bewohner der Gammertinger und der Reichenberger Straße. Darunter ist auch eine Verwandte eines Lesers unserer Zeitung. Die Dame sei mehr als 90 Jahre alt und seit dem 22. Dezember nicht mehr erreichbar, schreibt er in der E-Mail an unsere Redaktion. „Die Telekom sagt, dass es sich um einen Kabelschaden handele“, heißt es dort. Dem Unternehmen sei es seit nun mehr einem Monat noch nicht gelungen, die genaue Ursache zu finden. Bei den Betroffenen handele es sich wahrscheinlich vornehmlich um ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, da diese noch normale Festnetztelefone nutzen würden, schreibt der Leser. Besonders problematisch findet er, dass auch der Notruf und die Feuerwehr über den gestörten Anschluss nicht mehr erreichbar seien.

Die Pressestelle der Telekom bestätigt auf Nachfrage die Telefonprobleme in Stuttgart-Möhringen. Welche Straßen und wie viel Kunden betroffen seien, kann das Unternehmen nicht sagen. „Informationen zur Kundenauswirkung liegen nicht vor, da leider nicht alle betroffenen Kunden ihre Störung beim Kundenservice melden“, schreibt das Unternehmen. Die Ursache sei ein „Hauptkabelfehler“, der dem Unternehmen am 25. Dezember gemeldet worden sei. Wasser sei in das Erdkabel eingedrungen. Das beschädigte Teilstück müsse ersetzt werden. Die Fehlerstelle sei Anfang Januar in einem Kabelschacht lokalisiert worden. „Leider steht der Kabelschacht binnen 30 Minuten unter Wasser, sodass im Zuge der Reparaturmaßnahmen zu Beginn der letzten Woche der örtliche Wasserversorger hinzugezogen wurde, um einen Wasserrohrbruch auszuschließen“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme der Telekom. Da der Kabelschacht weiterhin mit Wasser volllaufe, würden sich die Arbeiten schwierig gestalten. Bis Ende dieser Woche möchte die Telekom den Schaden aber behoben haben.

Das können Kunden bei Störungen tun

Die Telekom erklärt, dass bei Störungen Ersatzansprüche gegenüber dem Kundenservice geltend gemacht werden können. So werde zum Beispiel die Grundgebühr für die Dauer des Ausfalls erstattet – vorausgesetzt, man hat die Störung gemeldet. „Soweit möglich, bieten wir selbstverständlich auch sofort Ersatz an, damit für die Dauer des Ausfalls der Festnetzleitung unsere Kunden weiterhin telefonisch erreichbar sind und weiter ins Internet können“, schreibt das Unternehmen in seiner Stellungnahme. Dies könne zum Beispiel eine kostenfreie Anrufweiterleitung aufs Handy oder auf den Anschluss eines Angehörigen sein, kostenloses Datenvolumen oder ein Internetschnellstart-Paket mit Router, SIM-Karte und Datengutschein. „Und für alle Telekom-Kunden, die kein eigenes Handy besitzen, stellen wir in diesen Fällen Notfall- beziehungsweise Seniorenhandys bereit“, so die Aussage des Unternehmens. Die Servicehotline der Telekom sei rund um die Uhr erreichbar unter der kostenfreien Rufnummer 0800 330 1000.