Tempokontrollen im Südwesten Noch mehr Blitzer-Anhänger gegen Raser im Land

Von Wolf-Dieter Obst 

Die Blitzer-Anhänger, die für ein paar Tage am Straßenrand abgestellt werden, um sie dann an neue Brennpunkte zu verpflanzen, scheinen das System der Zukunft zu sein. Das Land will mehr.

Am Straßenrand abgestellt, später woanders eingesetzt: So sehen die  halbstationären Blitzer aus. Foto: dpa/Bernd Thissen
Am Straßenrand abgestellt, später woanders eingesetzt: So sehen die halbstationären Blitzer aus. Foto: dpa/Bernd Thissen

Stuttgart - Bald soll es noch öfter als sonst am Straßenrand blitzen: Das baden-württembergische Innenministerium will ein Jahr nach dem Versuchsstart eines Blitzer-Anhängers fünf weitere solcher Anlagen beschaffen. „Der Einsatz hat sich bewährt“, erklärte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Bereits in den nächsten Tagen wird Nachschub erwartet, der dann auch zügig eingesetzt werden soll.

Jahresbilanz: 2,9 Millionen Euro Bußgeld

Im Jahr 2019 sind an den Autobahnen im Land knapp 76 000 Schnellfahrer geblitzt worden. Bei den vom Land verwendeten Enforcement Trailern handelt es sich um mobile Anhänger, die für ein paar Tage und Nächte am Straßenrand abgestellt werden können, ohne von Personal bedient werden zu müssen. Damit werden die Vorteile eines stationären Blitzkastens mit denen einer flexiblen beweglichen Überwachung verknüpft. Dabei scheint sich das System für das Land auch zu rechnen. Nach Ministeriumsangaben hat die Zentrale Bußgeldstelle des Landes damit im Jahr 2019 Verwarnungs- und Bußgeldforderungen in Höhe von knapp 2,9 Millionen Euro an die Verkehrssünder verschickt.

Die fünf neuen Anhänger sind bestellt. „Mit der Auslieferung ist von Ende Februar an zu rechnen“, so Sprecherin Katja Walter auf Anfrage. Der Enforcement Trailer, zu Deutsch Vollstreckungsanhänger, ist eines von verschiedenen Fabrikaten – und wird auch von mehreren Städten und Landkreisen längst getestet. In Stuttgart hatte zunächst ein Blitzer-Anhänger Tempo 40 auf der Bundesstraße am Neckartor überwacht – und danach war klar: Mit Bundesmitteln sollen mehr Anhänger beschafft werden.

Die Städte in der Region testen

Im Rems-Murr-Kreis wird das System derzeit in Waiblingen, Weinstadt und Winnenden getestet. Die Entscheidung für eine Anschaffung einer 130 000 bis 150 000 Euro teuren Anlage sei noch nicht gefallen, heißt es. Die Stadtverwaltung von Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) will leasen, dann kaufen. Das Landratsamt Böblingen hat ein Leihgerät für die B 464 zwischen Magstadt und Sindelfingen geordert. Dort gab es bei Unfällen binnen eines halben Jahres fünf Tote.

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