Mit dem Begriff „Blutzoll“ sorgte Esslingens Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) für Aufsehen. Nicht jeder fand den Ausdruck passend. Nun springt ihm ein FDP-Politiker zur Seite.
Dennis Birnstock, Landtagsabgeordneter der FDP aus dem Wahlkreis Nürtingen, hat sich in die Diskussion über das Blutzoll-Zitat des Esslinger Oberbürgermeisters Matthias Klopfer (SPD) eingeschaltet.
Klopfer hatte das Zitat im Zusammenhang mit Verkehrsbestimmungen in Esslingen verwendet. Thematisch ging es darum, dass Klopfer den Flickenteppich aus verschiedenen Tempolimits kritisierte. Stattdessen plädierte der Verwaltungschef für eine einheitliche Regel: „40 auf den Hauptstraßen und ganz konsequent in allen anderen Bereichen Geschwindigkeit 30.“
Was ist mit „Blutzoll“ gemeint?
Zur Begründung führte Klopfer die hohe Zahl an Opfern im Straßenverkehr an: „Wir zahlen in Deutschland einen unglaublich hohen Blutzoll für unser Verkehrsverhalten.“ Für die Wahl dieses Ausdrucks erntete Klopfer Kritik unter anderem in den sozialen Netzwerken, aber auch von Stadtrat Tim Hauser, der die CDU-Fraktion im Stadtrat anführt.
Hauser riet dem Oberbürgermeister zu verbaler Abrüstung: „Jeder Unfall ist einer zu viel. Gerade deshalb müssen wir diese Diskussion mit Augenmaß führen.“
Birnstock plädiert dafür, Klopfers Ausdrucksweise nicht überzubewerten. „Wir täten gut daran, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen“, sagte Birnstock. Passend fände er den Begriff zwar auch nicht, „aber da sollten wir kein Fass aufmachen. Es ist besser, über das eigentliche Thema zu reden.“
Esslingens Oberbürgermeister: „Tempo 50 sollte Ausnahme sein.“
Fahrt nahm die Diskussion über das Tempolimit auf nach einem tragischen Verkehrsunfall, bei dem eine Mutter und ihre zwei Söhne im Oktober letzten Jahres von einem Auto erfasst und getötet wurden. Die Stadt reagierte: Seit Dezember gilt in der Unfall-Straße Tempo 30. Auch damals bekannte sich Klopfer zu einem Tempolimit von 30 Stundenkilometern innerhalb geschlossener Ortschaften: „Tempo 50 sollte die Ausnahme sein“, sagte er seinerzeit.