Tennis-Bundesliga: TEC Waldau Gelingt auch ohne das Olympia-Ass ein Ende der Zitterserie?

Die deutsche U-18-Jugendmeisterin Victoria Pohle spielt in den Waldau-Plänen einen wichtige Rolle. Foto: Markus Peter

Für die Degerlocherinnen beginnt am Freitag die Bundesliga-Saison. Trotz eines bitteren Abgangs und obwohl die prominenteste Akteurin des Kaders wohl nicht spielen wird, soll es heuer weniger tabellarischen Nervenkitzel geben.

In den vergangenen drei Spielzeiten haben es die Tennis-Damen des TEC Waldau immer spannend gemacht: Ein jedes Mal sicherten sie erst am letzten Spieltag den Verbleib in der ersten Bundesliga. Deshalb ist es verständlich, dass der Geschäftsführer und Teammanager Thomas Bürkle auch zum aktuellen Beginn der Mannschaftssaison 2025 nicht forsch auf die Pauke haut, sondern erneut den rettenden drittletzten Tabellenplatz als vorrangiges und vorsichtiges sportliches Ziel formuliert. Los geht es für die Degerlocherinnen an diesem Freitag (13 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Rot-Weiß Berlin. Nur zwei Tage später führt der Spielplan nach Hamburg.

 

Notwendig wäre die Zurückhaltung nicht unbedingt, wenn man auf die acht Aufgebote der im nationalen Oberhaus vertretenen Mannschaften blickt. Gemessen an den Weltranglistenpositionen speziell der ausländischen Spielerinnen, liegt der Waldau-Club eigentlich mindestens im vorderen Mittelfeld. Freilich, es handelt sich nur um die theoretische Stärke des Kaders. Wer dann bei welchem Verein wann und wie oft tatsächlich zum Einsatz kommen wird, bleibt wie immer abzuwarten. Der Teufel steckt im Detail. „Wir können nicht immer die Besten spielen lassen. Das gibt der Turnierkalender nicht her – und auch nicht unser Etat“, sagt Bürkle. Seine Aufgabe sieht er darin, „am jeweiligen Wochenende immer das richtige Maß zwischen der Stärke des Aufgebots und dem bestmöglichen zu erreichenden Ergebnis zu finden“.

Die tschechische Weltklassespielerin Katerina Siniakova, Nummer 56 der Weltrangliste und Olympia-Goldgewinnerin im Mixed von Paris, ist wie schon in den vergangenen Jahren pro forma an Position eins gemeldet. Die Chance, dass sie in diesem Sommer unter dem Fernsehturm oder in einem der Waldau-Auswärtsspiele zum Schläger greifen wird, ist allerdings erneut gering. „Ich würde mich freuen, wenn sie mal anruft und sagt, sie möchte unbedingt Bundesliga spielen, aber das wird wahrscheinlich nicht passieren“, sagt Bürkle.

Beim erwähnten Saisonauftakt wird vermutlich die Slowenin Veronika Erjavec das Spitzeneinzel bestreiten – vorausgesetzt, die 25-Jährige erreicht beim aktuell laufenden 100 000-Dollar-Turnier in Wiesbaden nicht das Viertelfinale. Ansonsten ist geplant, dass alle elf ausländischen Profis außer Siniakova sowie die sechs Deutschen im Kader in dieser Saison mindestens je einmal zum Einsatz kommen. Ein Problem gibt es allerdings zunächst bei der von Bürkle bevorzugten 3-3-Variante, sprich pro Spieltag mit je drei Ausländerinnen und drei einheimischen Akteurinnen aufzulaufen. Denn die beiden deutschen Talente Alexandra Vecic (operiertes Handgelenk) und Anna Gabric (Probleme mit der Patellasehne) fallen noch mindestens bis Mitte Juni aus. Die selbst gesteckte Quote wird somit fürs Erste kaum einzuhalten sein.

Viel Spielzeit soll die deutsche U-18-Jugendmeisterin Victoria Pohle erhalten, während sich die eigentlich auch fest eingeplante Valentina Steiner (18) für einen Wechsel zum Zweitligisten Heidelberger TV entschieden hat, um dort, wie sie selbst sagt „den nächsten Schritt der Karriere zu machen“. „Das ist extrem schade, weil wir in den nächsten Jahren genau um diese beiden Mädchen eine Mannschaft aufbauen wollten“, sagt Bürkle, der hinter dem TC Bredeney, der zuletzt vier Titel in Folge nach Essen geholt hat, ein offenes Feld sieht. Als Aufsteiger sind der DTV Hannover und Luitpoldpark München dabei. Die Bayerinnen sind nach dem Verzicht des Zweitliga-Südmeisters TC Bernhausen nachgerückt.

Die Aussichten, dass der TEC Waldau diesmal nicht bis zum Rundenende Mitte Juli um den Ligaverbleib zittern muss, scheinen gut. Allerdings weiß Bürkle: „Jeder Gegner muss erst einmal auf dem Platz bezwungen werden, ganz gleich, wie die Meldeliste von außen auch ausschaut.“

Weitere Infos

Zugänge
Susan Bandecchi (TC Blau-Weiß Berlin), Justina Mikulskyte (TC Bernhausen), Nika Radisic (TSC Hansa Dortmund).

Abgänge
Valentina Steiner (Heidelberger TV), Jessica Bouzas Maneiro (Spanien), Antonia Lottner (THC Stadion Rot-Weiß Köln).

Aufgebot
1. Katerina Siniakova (Tschechien), 2. Veronika Erjavec (Slowenien), 3. Jana Fett (Kroatien), 4. Linda Fruhvirtova (Tschechien), 5. Susan Bandecchi (Schweiz), 6. Justina Mikulskyte (Litauen), 7. Brenda Fruhvirtova (Tschechien), 8. Dalila Jakupovic (Slowenien), 9. Carolina Kuhl, 10. Nikola Bartunkova (Tschechien), 11. Alexandra Vecic, 12. Nika Radisic (Slowenien), 13. Anna Gabric, 14. Victoria Pohle, 15. Kirsten Flipkens (Belgien), 16. Anna Zaja, 17. Laura Schaeder, 18. Katarzyna Piter (Polen).

Saisonziel
Klassenverbleib (Platzierung in der vergangenen Saison: 5.).

Meistertipp
TC Bredeney.

Spielstätte
Jahnstraße 88, 70597 Stuttgart.

Spieltermine
LTTC Rot-Weiß Berlin (Heim, 2. Mai), Club an der Alster Hamburg (Auswärts, 4. Mai), TC Bredeney (H, 11. Mai), TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz (A, 1. Juni), DTV Hannover (H, 8. Juni), Grün-Weiß Luitpoldpark München (A, 5. Juli), TK Blau-Weiß Aachen (H, 12. Juli).

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