Tennis Grand Prix in Stuttgart Die Weltspitze trifft auf viel Tradition – Toptennis in der Porsche-Arena

Aryna Sabalenka führt die Setzliste an – ist in Stuttgart aber bisher noch ohne Turniersieg. Foto: //Alexander Keppler

Seit 1978 ist der Porsche Tennis Grand Prix eine erste Adresse auf der Frauentour – und zieht die besten Spielerinnen der Welt an. Die deutschen Starterinnen besetzen da nur Nebenrollen.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Was einst unter der Leitung des umtriebigen Drogeriebesitzers Dieter Fischer in Plattenhardt auf den Fildern begann, ist längst eine erste Adresse im Spitzentennis. Also reist die versammelte Weltspitze nach Stuttgart, um sich neben dem Preisgeld für den Titelgewinn beim Porsche Tennis Grand Prix (12. bis 21. April) auch das Siegerauto zu sichern. „Die Spielerinnen wissen, was sie an unserem Turnier haben“, sagt Ex-Profi Anke Huber, die seit 2002 die Sportliche Leiterin ist.

 

Das Teilnehmerfeld Was ihre vier Wildcards angeht, so sind die Macher des Porsche Tennis Grand Prix mit Blick auf die deutschen Spielerinnen diesmal „All-in“ gegangen: Denn sie gingen an Eva Lys, Laura Siegemund, Tatjana Maria und Jule Niemeier, die damit allesamt im Hauptfeld stehen. Da mit Lys die Beste des Quartetts aktuell die Nummer 68 der Weltrangliste ist, war die Rückendeckung der Stuttgarter Veranstalter notwendig. Schließlich ist das Feld in Stuttgart schon traditionell elitär, zählt zu den besten auf der gesamten Tour: So sind aus den Top Ten der Weltrangliste acht Spielerinnen mit dabei. Darunter die Nummer eins Aryna Sabalenka, US-Hoffnung Coco Gauff, die zweifache Turniersiegerin Iga Swiatek und der erst 17-jährige Shootingstar Mirra Andreeva aus Russland. Wegen der Reise im Billie-Jean-King-Cup (vormals Fedcup) mit Kasachstan ins ferne Australien fehlt allerdings die Titelverteidigerin Jelena Rybakina.

Die Turnierveranstalter „Es ist wie früher mit den Mitschülern, die stets geklagt haben, sie hätten die Arbeit verhauen – und die dann eine Eins haben“, sagt die Ex-Spielerin Andrea Petkovic über die Arbeit von Turnierdirektor Markus Günthardt und seiner Sportlichen Leiterin Anke Huber. Seit 2005 ist der ehemalige Profispieler aus der Schweiz dabei, die zweifache Turniersiegerin Huber sogar noch drei Jahre länger. Und tatsächlich treibt das Duo stets die Sorge um, man könne von der Qualität des Starterfeldes her das Niveau des Vorjahres nicht halten. Doch dann klappt es doch: Die versammelte Weltspitze reist nach Stuttgart an. Diesmal sind es 15 Spielerinnen aus den Top 20. Und Anke Huber weiß auch, warum: „Die Spielerinnen kennen das spezielle Ambiente des Turniers und wissen, dass sie sich bei uns gut auf die French Open vorbereiten können.“ Schließlich wird das Turnier seit 2009 auf Sand ausgespielt.

Die Tradition Der Tennis Grand Prix ist eines der ältesten Turniere auf der Damentour. Erstmals wurde er im Jahr 1978 ausgetragen – damals noch in der Anlage im Weilerhau in Filderstadt-Plattenhardt. Es entstand auf Initiative des Drogeriebesitzers Dieter Fischer. Erste Siegerin war die erst 15 Jahre junge Tracy Austin, die später zur Nummer eins aufsteigen sollte. Weitere große Namen siegten auf den Fildern, wie Martina Navratilova, Pam Shriver, Gabriela Sabatini, Martina Hingis, Mary Pierce und Lindsay Davenport. 2002 gab Fischer die Turnierleitung aus Altersgründen an Porsche ab. Vier Jahre später folgte der Umzug nach Stuttgart, wo sich mit Julia Görges, Angelique Kerber und Laura Siegemund drei weitere deutsche Spielerinnen nach Anke Huber in die Siegerliste eintragen konnten.

Die Topevents Es wird dem Publikum einiges geboten rund um das Turnier: So tritt unter anderem Andrea Petkovic, die ansonsten als Moderatorin auf dem Centre-Court im Einsatz ist, am Montag in einem Doppel-Mixed-Showevent an. Mit dabei ist unter anderem ein Trio vom VfB Stuttgart, nämlich der Schweizer Ex-Mittelfeldspieler Zdravko Kuzmanovic, dazu mit dem Ex-Kapitän Fernando Meira und Cacau zwei Meisterspieler von 2007. Obendrein gibt es zahlreiche Mitmach-Aktionen in der Halle – und einen Auftritt des Stuttgarter Balletts. Auch die Spielerinnen werden umsorgt: Sei es beim beliebten Fahrsicherheitstraining – oder im Rahmen der stimmungsvollen Players Night.

Die Turnierprämie „Der Porsche ist der schönste Siegerpokal auf der ganzen Tour“, sagte Angelique Kerber, die in Stuttgart in den Jahren 2015 und 2016 gewann. Vielleicht erklärt sich das Faible der ehemaligen Nummer eins für den Sportwagen aus Zuffenhausen auch aus dem Umstand, dass Kerber einst als Markenbotschafterin für den Autobauer tätig war. Tatsächlich aber ist der Preis am Neckar ein ganz spezieller: 925 661 Euro beträgt das gesamte Preisgeld, das auf alle Spielerinnen ausgeschüttet wird. Die Turniersiegerin bekommt hiervon rund 120 000 Euro an Preisgeld – und eben das Siegerauto. Diesmal einen Porsche Macan Turbo, der vollelektrisch ist und 630 PS auf die Straße bringt. Seine Farbe: Papaya-metallic, was an den Sandbelag auf dem Centre-Court erinnern soll.

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