Tennis in Paris Kevin Krawietz und Andreas Mies – gemeinsam sind wir stark

Ein Küsschen für den Pokal: Krawietz und Mies (r.) Foto: AFP/Anne-Christine Poujoulat
Ein Küsschen für den Pokal: Krawietz und Mies (r.) Foto: AFP/Anne-Christine Poujoulat

Die deutschen Tennisspieler Kevin Krawietz und Andreas Mies gewinnen zum zweiten Mal nacheinander in Paris die Doppel-Konkurrenz.

Sport: Dominik Ignée (doi)
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Stuttgart - Was für verrückte Bursche das doch sind: die Tennisspieler Kevin Krawietz und Andreas Mies. Nach ihrem zweiten Doppel-Triumph bei den French Open nacheinander nahmen sie wie schon nach dem ersten Erfolg 2019 den Eiffelturm ins Visier. Sie wollten das Wahrzeichen der Stadt abreißen – so ungebremst sollte gefeiert werden nach dem Erfolg. Aber was sie im vergangenen Jahr nicht schafften, sollte ihnen auch diesmal nicht gelingen. „Obwohl wir eigentlich die Kraft dazu hatten“, wie Mies gestand. Doch am Ende traten sie unverrichteter Dinge artig die Heimreise an – da haben die Franzosen noch mal Glück gehabt.

Dem ehemaligen deutschen Tennisspieler und Doppelspezialisten Christopher Kas hat es derweil einen riesigen Spaß gemacht, den French-Open-Finalsieg von Krawietz und Mies bei Eurosport zu kommentieren. Dieses echte Highlight der Branche bleibt für ihn unvergessen, zumal die beiden es als vierte Doppelpaarung schafften, in Paris den Turniersieg im Folgejahr zu wiederholen. Für Kas war es das noch nicht, für ihn geht es mit dem erfolgreichen deutschen Duo jetzt erst richtig los. „Es ist toll, was die beiden da geleistet haben. Ich glaube, sie sind erst am Anfang, und wir werden noch viel von ihnen hören“, sagt Kas unserer Zeitung. So fänden im nächsten Jahr ja wohl auch die Olympischen Spiele in Tokio statt. Noch so ein Ziel, das Krawietz und Mies jetzt vor Augen haben könnten.

Die Chemie stimmt

Was macht die beiden so stark? Sie ergänzen sich blendend. „Zwischen ihnen stimmt es einfach“, sagt Kas. „Krawietz ist ein kompletter Spieler, der hätte auch im Einzel noch mehr erreichen können, und Mies ist zuständig für die Emotionen auf dem Platz“, meint Kas. Er selbst kann sich noch gut daran erinnern, als er sich seinerseits die Frage stellte, wohin für ihn die Reise im Tennissport gehen soll – irgendwann musste er eine Entscheidung treffen. „Ich habe mich dann für das Doppel entschieden, weil ich spürte, dass ich da einfach der erfolgreichere Spieler sein kann. So habe ich etwa mit Philipp Kohlschreiber im Doppel Roger Federer besiegt – im Einzel wäre das nicht möglich gewesen“, sagt Kas im Rückblick mit einem Lächeln.

Genauso erging es irgendwann auch Kevin Krawietz und Andreas Mies – sie setzten aufs Doppel, wurden besser und besser und immer erfolgreicher. 2017 kamen sie zusammen, verstanden sich auf Anhieb und eilten von Turniersieg zu Turniersieg – neben den beiden French-Open-Triumphen gelangen ihnen noch zehn weitere Doppelerfolge auf der Tour. „Man merkt richtig, dass die beiden miteinander Spaß haben auf dem Platz“, beobachtet Christopher Kas, auch motiviere es sie, dass sie als Landsleute sozusagen als kleines Nationalteam antreten könnten. Das Spannende am Doppel sei ohnehin die Gemeinsamkeit – man siegt zusammen und man verliert zusammen. „Wenn es nicht läuft, ist man nicht ganz so allein mit der Niederlage wie im Einzel – und wenn es gut läuft, dann ist der gemeinsame Erfolg umso schöner“, sagt Kas.

Beeindruckende Vorstellung

Der Coburger Krawietz (28) und der Kölner Mies (30) hatten es am Samstag in beeindruckender Manier geschafft, abermals die French Open zu gewinnen. Zwar standen ihnen im Finale die US-Open-Sieger Mate Pavic und Bruno Soares gegenüber, doch der verdiente und klare 6:3, 7:5-Erfolg der Deutschen war Ausdruck ihrer Entschlossenheit – sie wollten diesen abermaligen Titel unbedingt abräumen. „Hier mit Kevin zu sitzen, gemeinsam auf den Boden zu fallen, diese Trophäe wieder dabei zu haben – deshalb spielen wir, um diese Momente immer wieder zu erleben“, sagte Andreas Mies und gab nach dem Sandplatzerfolg gleich noch eine Warnung an die Konkurrenz ab: „Wir werden das auch noch auf anderen Belägen zeigen.“

Kevin Krawietz hörte zu – und lächelte. Das schien machbarer zu sein als der Abriss des Eiffelturms.

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