Tennis: TC Bernhausen Bundesliga, wir kommen!

Das Meisterteam des TC Bernhausen. Hinten von links: Steffi Bachofer,Tina Cvetkovic, Justina Mikulskyte, Rebeka Kern, Leonie Küng, Marie Vogt, Vlada Koval und Sapfo Sakellaridi. Vorne von links: Doganay Özdemir vom Hauptsponsor HuT, der Teammanager Matthias Kern und der Bernhausener Clubmanager Ali Altintas. Foto: Volker Bahr/z

Die Frauen des TC Bernhausen krönen ihre herausragende Siegesserie mit dem fünften Aufstieg in Folge. Nun soll der Kader verstärkt werden. Ein erster großer Name kursiert bereits.

Am Sonntagabend ist im Münchener Stadtteil Schwabing die bislang längste Siegesserie einer württembergischen Tennis-Frauenmannschaft zu Ende gegangen: Mit 4:5 unterlag der TC Bernhausen im abschließenden Saisonspiel der zweiten Bundesliga beim TC Grün-Weiß Luitpoldpark, indem die Filderstädterinnen nach einer 4:2-Führung alle drei begonnenen Doppel kampflos abschenkten. „Der Gegner wollte bei einsetzendem Regen in einer 45 Minuten entfernten Halle weiterspielen, und darauf hatten wir keine Lust mehr“, sagt der Sportwart und Teammanager Matthias Kern.

 

Freilich: er und die Seinen konnten sich diesen Luxus leisten. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte war zu diesem Zeitpunkt bereits perfekt. Bundesliga, wir kommen! Ja, die Bernhausener Damen haben es tatsächlich geschafft. Aufstieg Nummer fünf in Serie. In der nächsten Saison wird der Filderclub erstmals in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten sein. Praktisch klar gewesen war dies schon mit dem 7:2-Erfolg im Gipfelduell am Freitag gegen den TC Ludwigshafen. Hiernach hatte zur endgültigen Besiegelung nur noch der Gewinn eines einzigen Satzes gefehlt – eine Formsache für die zweite Begegnung des Wochenendes, jene in München.

28 Siege in Serie

Insgesamt verbuchte die Mannschaft bis dahin 28 Siege in Serie. Die Folge: der Durchmarsch aus der Verbandsliga bis nun ganz nach oben. „Wirklich geplant hatten wir nur zwei Aufstiege bis in die Württembergliga. Alles Weitere waren Glück, geschickte Personaleinsätze und auch ein Stück weit fehlendes Interesse der Konkurrenz“, sagt Kern. Letztere Aussage ist beispielsweise auf den aktuellen Kontrahenten Ludwigshafen gemünzt, der schon frühzeitig erklärt hatte, kein Interesse an einer Erstliga-Rückkehr zu haben. Entsprechend trat der bisherige Tabellenzweite zum Kräftemessen am Fleinsbach nicht mit der Bestbesetzung an.

Der Bernhausener Freude tut dies aber keinen Abbruch. Die Verantwortlichen wollen mit ihrem Team in einem Jahr tatsächlich im Konzert der ganz Großen mitmischen und fiebern bereits den möglichen Derbys gegen den TEC Waldau und den TC Blau-Weiß Vaihingen/Rohr entgegen – vorausgesetzt, die beiden Nachbarn verhindern den Abstieg. „Wir werden unseren Etat um 100 Prozent erhöhen müssen, wenn wir eine realistische Chance auf den Klassenverbleib haben wollen, aber ich bin sehr optimistisch, dass uns das gelingt“, sagt Kern.

Die Teamseniorin macht weiter

Weiter dabei sein werden auf jeden Fall die mittlerweile 37 Jahre alte Senioren-Weltmeisterin Steffi Bachofer, ein Bernhausener Eigengewächs, sowie die deutsche Jugendmeisterin Marie Vogt, die vor zwei Jahren vom TC Urbach nach Filderstadt kam. Schwieriger wird es bei der Tochter des Managers, Rebeka Kern. Die 21-Jährige, die als Einzige schon beim ersten Aufstieg aus der Verbandsliga in die Oberliga zum Aufgebot gehörte, beginnt in zwei Monaten ein Studium in den USA. Ob es zwischendurch für Bundesliga-Einsätze in der Heimat reichen wird, ist noch offen.

Nun ein prominenter Neuzugang?

Erneut verpflichtet werden sollen die in dieser Saison überragende Griechin Sapfo Sakellaridi (5:0 Siege im Einzel), die am Sonntag aufgrund einer Corona-Erkrankung fehlte, sowie die Litauerin Justina Mikulskyte (3:0 Einzelsiege). Erste Kontakte mit potenziellen Neuzugängen hat der umtriebige und gut vernetzte Matthias Kern schon geknüpft. Namen will er noch keine verraten, aber es ist ein offenes Geheimnis, dass der TC Bernhausen beispielsweise Interesse daran hätte, die in Filderstadt geborene und in Metzingen aufgewachsene Weltklassespielerin Laura Siegemund von einem Engagement zu überzeugen, sofern sich das finanziell bewerkstelligen ließe. Die 34 Jahre alte ehemalige Nummer 27 der Weltrangliste und Gewinnerin des Stuttgarter Porsche-Grand-Prix spielt aktuell für den Bundesliga-Tabellenführer TC Bredeney, mit dem sie 2021 deutsche Meisterin wurde.

„Wir haben nun ein paar Monate Zeit, um Gespräche mit Spielerinnen und Sponsoren zu führen. Jetzt feiern wir erst einmal die Meisterschaft und den Aufstieg“, sagt Matthias Kern, der in Katharina Spieth (16) und Leni Prankl (14) zum aktuellen Abschluss zwei junge Debütantinnen aufstellte. Auch das erlaubte die Situation.

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