Tennis Waldau-Spielerin bei den French Open

An diesem Donnerstag startet Victoria Pohle bei den Juniorinnen in die Qualifikation. Foto: imago/Sportfoto Rudel

Warum Victoria Pohle hofft, dass ihr in Paris keine Zeit für Sightseeing bleibt, und mit welchen Zielen sie ins zweite Grand-Slam-Turnier ihrer Karriere geht.

An diesem Donnerstag beginnt für Victoria Pohle Teil zwei auf der ganz großen Tennisbühne: Die 17-Jährige vom TEC Waldau startet in die Qualifikation des Juniorinnen-Turniers der French Open in Paris. Bei ihrer Grand-Slam-Premiere im Januar in Melbourne war für die amtierende deutsche U-18-Meisterin in der zweiten Qualifikationsrunde Schluss. Wie weit es für sie diesmal gehen soll und wie sie mit dem bisherigen Verlauf der Bundesliga-Saison zufrieden ist, sagt Pohle im Interview.

 

Frau Pohle, was nehmen Sie aus Australien mit nach Paris?

Ich habe dort die ganzen neuen Erfahrungen mit den Weltstars auf der Anlage, mit den vielen Zuschauern und dem Drumherum extrem aufgesaugt und weiß jetzt besser, was mich bei einer Veranstaltung dieser Größe erwartet, sodass es einfacher wird, mich auf den Sport zu konzentrieren.

Wie weit soll diesmal sportlich gehen?

Ich glaube, der rote Sand der French Open liegt mir etwas besser als der Hartplatz und die extreme Hitze in Melbourne. Ich möchte diesmal beide Runden der Quali gewinnen und ins Hauptfeld einziehen, auch wenn ich in diesem Fall am Sonntag das Waldau-Bundesligaspiel in Dresden verpassen würde. Aber ich glaube, zuhause wäre mir niemand böse, wenn ich erfolgreich bin.

Wie lief die Vorbereitung?

Die Generalprobe beim Jugendturnier in Mailand letzte Woche war nicht optimal, aber ich habe seit Beginn der Freiluftsaison sehr gut trainiert und beim 100 000-Dollar-Frauenturnier in Wiesbaden mit zwei Siegen das Hauptfeld erreicht, in dem ich gegen die Nummer 165 der Weltrangliste in drei Sätzen verloren habe. Beim Jugendturnier in Florenz stand ich im Finale.

Was fehlt aus Ihrer Sicht noch für regelmäßige Siege gegen Weltklassespielerinnen?

Ich würde sagen, technisch fehlt mir gar nichts. Ganz sicher aber die Erfahrung und häufig das Selbstvertrauen. Gegen Anna-Lena Friedsam, die ehemalige Nummer 45 der Welt, habe ich kürzlich in der Bundesliga den ersten Satz nur knapp im Tiebreak verloren.

Stichwort Bundesliga: Wie sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden? Ihr Team insgesamt ist nach drei Spieltagen Tabellenletzter. . .

Für uns als Mannschaft ist es natürlich blöd, wenn wir alle drei Spiele verlieren, allerdings war zweimal auch ein Sieg möglich. Und dass wir gegen die deutsche Übermannschaft Bredeney keine Chance haben würde, war klar. Die schlagbaren Gegner kommen noch; wir werden in der Liga bleiben.

Und wie fällt die persönliche Bilanz aus?

Ich habe die Anzahl der Einsätze bekommen, die ich mir für dieses Jahr gewünscht habe und stehe schon bei einem Sieg im Einzel und zwei Siegen im Doppel. Damit, dass ich gegen Bredeney an Position drei eingesetzt werde, war nicht zu rechnen, aber diese Spiele gegen erfahrene Profis und Weltklassespielerinnen helfen mir weiter.

Welche sportlichen Ziele haben Sie sich für 2025 gesetzt?

Ich möchte bei den drei Grand Slam-Turnieren in Paris, Wimbledon und New York möglichst weit kommen und will daneben im Sommer bei den deutschen Weltranglistenturnieren in Darmstadt, Horb, Aschaffenburg und Hechingen viele Punkte sammeln. Ein Platz um 800 in der Weltrangliste am Ende des Jahres wäre ganz okay.

Gibt es für Paris private Pläne?

Ich hoffe, dass ich so viele Spiele bestreiten darf, dass keine Zeit für Sightseeing bleibt. Außerdem war ich schon einmal dort und habe alles Wichtige gesehen.

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