Buchtipp: Kai Weyand, „Die Entdeckung der Fliehkraft“ Kleine Fluchten aus dem Kerker der Gewöhnlichkeit

Kann man die Wirklichkeit mit Wörtern reparieren? Kai Weyands Protagonist ist davon überzeugt. Foto: © Dorothee Wetzel/Kai Weyand
Kann man die Wirklichkeit mit Wörtern reparieren? Kai Weyands Protagonist ist davon überzeugt. Foto: © Dorothee Wetzel/Kai Weyand

„Die Entdeckung der Fliehkraft“ von Kai Weyand ist die Entdeckung einer schwerelosen Literatur zwischen umwerfender Komik und tiefem Ernst. Für seinen Roman ist der Freiburger Autor in diesem Jahr mit dem Thaddäus-Troll-Preis ausgezeichnet worden. Am Samstag ist er per Livestream im Literaturhaus Stuttgart zu Gast.

Kultur: Stefan Kister (kir)

Stuttgart - Diese Ehe ist ins Rutschen geraten, dafür gibt es viele Indizien, die bei Karl Löffelhans vor allem auf sprachlicher Ebene zu finden sind. Zum Beispiel im Empfinden des Begriffs „einsame Behaglichkeit“, wenn seine Frau ihren Platz im Bett bereits verlassen hat. Früher gab es dazu ein zweisames Pendant. Kein Zweifel, Karl hat ein ausgeprägtes Sprachgefühl. Und wenn er nicht gerade seine kriselnde Ehe auf Präpositionen, Verben und andere Formulierungen abklopft und in grammatikalische Einzelteile zerlegt, versucht er in seinem bürgerlichen Beruf richtig schwere Jungs im Knast für Lyrik zu sensibilisieren.

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