The Hooters kommen auf die Esslinger Burg „Jede Show ist wie ein Geburtstagsfest“

Die Liebe zur Musik verbindet Eric Bazilian (links) und Rob Hyman. Foto: Sven Ruehl

Die US-Rockband The Hooters war im Esslinger Kultursommer 1993 bereits auf der Burg zu Gast. Fast drei Jahrzehnte später machen die Musiker auf ihrer Jubiläumstour am Sonntag erneut Station. Frontmann Eric Bazilian blickt im Gespräch zurück und verrät, was er sich noch vorgenommen hat.

Ihre Musik hat Fans in aller Welt begeistert, und viele hätten keine Mühe, Hits wie „All you Zombies“, „Fightin’ On The Same Side“, „500 Miles“ oder „Where do the Children go“ zu singen oder zu summen. Seit den 80er-Jahren sind The Hooters eine feste Größe im internationalen Musikgeschäft, bis heute steht die Band mit derselben Leidenschaft auf der Bühne wie einst im Mai. In Esslingen haben The Hooters bleibenden Eindruck hinterlassen, als sie 1993 im Esslinger Kultursommer die Burg rockten. Nun kehren sie auf ihrer Jubiläumstour dorthin zurück. Zusammen mit der Band Saga sind sie am Sonntag, 24. Juli, ab 18.45 Uhr auf Esslingens Höhen zu hören. Frontmann Eric Bazilian blickt im Gespräch mit unserer Zeitung auf eine erfolgreiche Band-Geschichte zurück – und er hat sich noch viel vorgenommen.

 

Vor zwei Jahren wollten die Hooters ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum feiern, Corona hat Ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun holen Sie die Party nach. Fühlt es sich für Sie zwei Jahre später noch nach Jubiläum an?

Für uns ist jede Show gerade wie ein großes Geburtstagsfest – nicht nur wegen unseres Jubiläums. Die Welt hat Covid zwar noch nicht hinter sich gelassen, aber wir können wieder auf Tour gehen und mit unseren Fans feiern. Das genießen wir als Musiker. Wir spüren aber auch, wie sehr sich unsere Fans freuen, dass sie unsere Musik wieder live erleben können. Manchmal fühlt es sich wie eine kleine Explosion der Freude an.

Wenn man so lange auf der Bühne steht und bereits unzählige Konzerte gegeben hat: Kann ein einzelner Auftritt da überhaupt noch etwas Besonderes sein?

Aber klar. Auch wenn wir dieselben Songs wie am Abend zuvor spielen, passiert doch jedes Mal etwas ganz Spezielles, das dieses Konzert so einzigartig macht. Diese netten kleinen Dinge, mit denen keiner rechnen konnte, machen den besonderen Reiz für uns und das Publikum aus. Mal vergisst man kurz den Text und muss loslachen, weil die Zuhörer einfach weitersingen. Ein andermal überraschen wir unsere Fans mit einem Beatles-Song, einfach weil uns gerade danach ist. Deshalb ist kein Abend wie der andere – auch nach all den Jahren, in denen die Hooters auf der Bühne stehen. Auch wenn wir dieselbe Story erzählen, kann ihre Bedeutung jedes Mal wieder ein bisschen anders sein.

Wenn man Ihr Publikum beobachtet, spürt man, dass Ihre Songs für viele eine besondere Bedeutung haben, weil sie Teil ihres Lebens geworden sind. Spüren Sie das auch auf der Bühne?

Das ist der wichtigste Grund, weshalb wir das alles überhaupt machen. Wir spüren, wie der Funke überspringt und treten mit den Menschen, die unsere Musik mögen, von der Bühne aus in eine Kommunikation, ohne dass wir direkt mit ihnen sprechen können.

Als kreativer Musiker entwickelt man sich kontinuierlich weiter. Andererseits hat das Publikum Ihre Songs so lieben gelernt, wie sie vor vielen Jahren veröffentlicht wurden. Was heißt das für Sie?

Wir merken schon, dass die Leute die Songs so hören wollen, wie sie sie oft seit vielen Jahren kennen und mögen. Aber selbst wenn wir sie in der Originalversion spielen, schleichen sich immer wieder kleine Veränderungen ein. Wer die Songs ganz exakt so hören möchte, wie er sie von der Platte kennt, kann sich ja die Platte anhören. Manche Bands verwenden in ihren Konzerten irgendwelche Backing-Tracks. Bei uns gibt es auf der Bühne keine Studio-Tricks. Live ist live, das muss für uns so sein. Was wir auf der Bühne in dem Moment fühlen, hören und spüren die Leute im Publikum. Und wenn man einen Song besonders mag, fühlt es sich beim Spielen jeden Abend so an wie beim allerersten Mal.

Die Hooters haben ein reiches Repertoire. Macht es der Erfolg einfacher, neue Songs zu schreiben?

Ja und nein. Die Erfahrung hilft einem sicherlich weiter. Wenn man jedoch schon viele erfolgreiche Titel geschrieben hat, liegt die Messlatte automatisch höher. Unser Programm dauert zwei Stunden. Wenn ich zum Beispiel einen neuen Up-tempo-Rocksong dazunehmen möchte, muss er besser sein als der alte. Und wenn es ein neuer Reggae-Song sein soll, muss er besser sein als „All you Zombies“ oder „500 Miles“. Wir haben ein paar neue Songs geschrieben. Mal sehen, ob wir die in Esslingen bringen werden. Ob die Fans das mögen, weiß man sowieso immer erst, wenn man auf der Bühne steht. Ich habe ja nicht nur die Hooters, um kreativ zu sein und etwas zu probieren. Ich mache Solo-Alben und arbeite mit anderen Musikern zusammen. Da gibt es viele Möglichkeiten.

Wenn man so lange im Geschäft ist: Was hält Sie immer noch auf Touren?

Die Liebe zur Musik, die Liebe zu unseren Fans, die Liebe zu Konzerten und die Liebe, die wir dem Publikum geben und die wir von unseren Fans zurückbekommen. Es gibt nichts Schöneres. Ich glaube, unsere Band ist heute besser als vor 40 Jahren. Das macht vor allem die Erfahrung. Die Hooters sind unser Baby, das erwachsen geworden ist.

Für das Konzert der Hooters an diesem Sonntag auf der Esslinger Burg gibt es noch Eintrittskarten an der Abendkasse.

The Hooters und ihr Frontmann

Die Band
 Die US-amerikanische Rock-Formation The Hooters ist seit 1980 im Geschäft. Der Sänger und Gitarrist Eric Bazilian und der Keyboarder und Sänger Rob Hyman hatten sich an der University of Pennsylvania kennengelernt. Zusammen mit dem Schlagzeuger David Uosikkinen, dem Gitarristen John Vincent Kuzma und dem Bassisten Bobby Woods brachten sie die Band auf den Weg. Mit Titeln wie „All You Zombies“, „Johnny B“ und „Satellite“ schrieben sie ein Stück Musikgeschichte. In der aktuellen Besetzung stehen Bazilian, Hyman und Uosikkinen zusammen mit dem Gitarristen John Lilley, Fran Smith (Bass) und Tommy Williams (Gitarre) auf der Bühne.

Der Frontmann
 Eric Bazilian gibt zusammen mit Rob Hyman bei den Hooters den Ton an. Die beiden prägen den typischen Sound der Hooters und zeichnen für viele der Hits verantwortlich. Bazilian spielt neben der Gitarre auch andere Instrumente wie Mandoline, Saxofon, Keyboard und Melodica. Als Songwriter, Arrangeur und Produzent arbeitet der 69-Jährige immer wieder mit namhaften Kollegen wie John Osbourne, Cyndi Lauper, Jon Bon Jovi, Robbie Williams und Billy Idol.

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