„The Thrilla in Manila“ Schlägerei in der Sauna

Joe Frazier (links) muss eine Rechte von Muhammad Ali einstecken: Kampfszene aus „The Thrilla in Manila“. Foto: AP

Vor 50 Jahren bestritten Muhammad Ali und Joe Frazier „The Thrilla in Manila“ – den laut Expertenurteil „brutalsten Boxkampf der Geschichte“.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Armin Käfer (kä)

Schon bevor es losging, herrschten im Araneta Coliseum Temperaturen um die 40 Grad. Die T-Shirts der 25 000 Zuschauer waren schweißnass, ohne dass sie sich bewegten. In der dritten Runde kletterte das Thermometer auf 120 Grad Fahrenheit, berichtete das Magazin „The Atlantic“ – knapp 49 Grad Celsius. Der Ringarzt Ferdie Pachero sah die beiden Kämpfer in Lebensgefahr.

 

Nicht allein wegen der ausgefallenen Klimaanlage und der infernalischen Hitze bezeichnete der Reporter Vann R. Newkirk den Fight am Rande der philippinischen Hauptstadt Manila als „brutalsten Boxkampf der Geschichte“. Die beiden Kontrahenten Muhammad Ali (1942 – 2016) und Joe Frazier (1941 – 2011) schenkten sich nichts. Ihr Duell begann lange, bevor sie am 1. Oktober 1975 in den Ring stiegen. „Ich reiße diesem Halbblut sein Herz aus der Brust“, tönte Frazier bei seiner Anreise. Ali spöttelte: „It’s gonna be a thrilla and a chilla and a killa when I get the gorilla in Manila.“

Der „beste Boxkampf des 20. Jahrhunderts“ laut dem Fachmagazin „The Ring“ ging über 14 Runden. Da konnte Frazier, von 1970 bis 1973 Weltmeister im Superschwergewicht, nicht mehr sehen, woher Alis Haken kamen. Sein rechtes Auge war zugeschwollen, sein linkes nach einem Trainingsunfall ohnehin lädiert. Sein Trainer warf das Handtuch. Einige Reporter am Ring sahen „Smoking Joe“ Frazier nach Punkten im Vorteil – die Punktrichter entschieden hingegen zu Alis Gunsten.

Nach dem Kampf zollten sich die beiden maximalen Respekt. „Joe Frazier ist der größte Boxer aller Zeiten“, sagte Ali, fügte aber hinzu: „Neben mir.“ Frazier gratulierte ihm auf seine Weise: „Ich hab ihn mit Schlägen traktiert, die eine Stadtmauer zum Einsturz gebracht hätten – er hat sie weggesteckt. Was für ein Kämpfer!“

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