Theater im Stuttgarter Lapidarium Viele Lacher und keineswegs blutrünstig

Von Peter Buchholtz 

Das Theater Tredeschin zeigt im Stuttgarter Lapidarium „King Arthur“. Am kommenden Samstag, 18. August, 17 Uhr, wird das Stück ein weiteres Mal aufgeführt

In Aktion: Tanja und Michael Kunze, an der Gitarre Julia ScheuffeleFoto: Peter Buchholtz

S-Süd -

Ein passenderes Bühnenbild als das Städtische Lapidarium für ein Stück zu finden, dass im 5. Jahrhundert spielt, ist wohl kaum möglich. Auch wenn die historischen Objekte im Lapidarium nicht ganz so alt sind wie die Protagonisten in „König Arthur“, schafft die Umgebung von Beginn an die passende Atmosphäre. Kaum zusätzliches Bühnenbild ist daher bei dem Stück des Theaters Tredeschin mit den Schauspielern Tanja und Michael Kunze sowie Julia Scheuffele an der Gitarre notwendig, lediglich eine samtbehangene Bank und eine schwarze Ankleide schmücken die Bauten. Das Stück selbst, sagt Michael Kunze, sei eine Wiederaufnahme in neuer Zusammensetzung: Julia Scheuffele ist zum ersten Mal dabei.

Ein Kind für den Zauberer

Die Inszenierung beginnt mit dem unglücklichen Uther Pendragon (Michael Kunze), der zwar zum König gekürt wurde, aber in die vergebene Igerne verliebt ist. Der geheimnisvolle Zauberer Merlin (Tanja Kunze) müsse ihm helfen, den gefallenen Gatten der Igerne zu ersetzen, „damit Liebe nicht in Hass umschwenkt“. Der Druide verwandelt den König äußerlich in den gefallenen Herzog, um Igraine zu erobern. Das Kind, das daraus entsteht, solle aber dem Zauberer Merlin gehören. Der schnelle Wechsel der beiden Schauspieler zwischen den Rollen und den Erzählern wird geschickt mal durch Musik, mal durch auffallendere Kostümwechsel vollzogen.

Schon im nächsten Akt zieht der Sprössling namens Arthur das eiserne Schwert aus dem Stein, in dem es von Merlin versenkt wurde, um den Herrscher über Britannien auszumachen. Bald trifft König Arthur im Wald auf den schwarzen Ritter, der ihm die Aufgabe aufträgt, herauszufinden, was die Frauen am meisten wünschen. Im Publikum im Lapidarium werden „Gerechtigkeit“, „Frieden“ und „ein Meer von roten Rosen“ genannt, doch die passende Antwort scheint noch nicht dabei zu sein.

Dankbare Ritter

Am Wegesrand trifft Arthur eine entstellte alte Frau, die ihm verspricht zu helfen, wenn er ihr nur einen Wunsch erfüllen würde. Frei und unabhängig sein, das sei es, was alle Frauen begehrten, verrät ihm die Alte. Mit dieser Nachricht löst er das Rätsel des schwarzen Ritters, hat ihr aber noch den Wunsch zu erfüllen. Einen Ritter aus dessen Gefolge wünscht sie sich zum Gemahlen. Sir Gawain erklärt sich bereit, die „hässliche Alte“ zur Frau zu nehmen, deren Erscheinung im Schloss Entsetzen auslöst. „Die Ritter, die schon verheiratet waren, blickten dankbar ihre Frauen an“, spricht der Erzähler und erntet viele Lacher aus dem Publikum.

Schließlich verwandelt sich die Alte in eine bildhübsche, junge Frau. Durch die Vermählung wurde sie von ihrem Zauber teilweise befreit. Doch der Ritter müsse sich entscheiden, ob seine Frau in Zukunft schön in der Nacht und hässlich tagsüber, oder umgekehrt, sein soll. Ratlos überlässt er ihr die Wahl: „Entscheidet euch, wie ihr wollt.“ Damit ist der Zauber ganz gebrochen, da er sie frei und unabhängig entscheiden ließ.

Die starke Leistung der Schauspieler wird abgerundet durch die leicht mittelalterlich angehauchte Sprache, die für Zuschauer jeden Alters verständlich bleibt. Dabei ist das Stück keineswegs blutrünstig und somit auch geeignet für Kinder ab dem Grundschulalter.