Theater Rampe im Süden Lieder über die Lebenswelten im Stuttgarter Süden

Das Ensemble, wie es in der Rampe geprobt hat – ante Corona. Foto: /Dominique Brewing
Das Ensemble, wie es in der Rampe geprobt hat – ante Corona. Foto: /Dominique Brewing

Das Volkstheater des Theaters Rampe bereitet den Liederabend „Anfang und Ende“ vor und befragt dazu Menschen aus dem Stadtbezirk. Das Ensemble hofft, dass eine Premiere im Juni auf der Freilichtbühne am Marienplatz möglich ist.

Aus den Stadtteilen: Kathrin Wesely (kay)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

S-Süd - Sie sehnen sich nach Spektakel! Schon 2020 hatte das Volkstheater der Rampe im Stuttgarter Süden ein Bühnenevent auf dem Marienplatz geplant, das wegen der Pandemie aber nicht stattfinden konnte. Stattdessen lud das Ensemble sein Publikum auf einen Spaziergang per Telefon durchs Quartier ein. Dieser performative und unterhaltsame Rundgang im Frühsommer 2020 endete auf dem Marienplatz – und mit einem Versprechen: Wir treffen uns hier auf dem Platz wieder in einem Jahr! „Dieses Versprechen wollen wir einlösen“, sagt Paula Kohlmann, Dramaturgin im Theater Rampe. „Es haben uns auch schon Zuschauer darauf hingewiesen, das sie das fest in ihrem Kalender vermerkt hätten.“

Wovon hast Du Dich zuletzt getrennt?

Wenn die Pandemie dies zulässt, soll das neue Werk des Volkstheaterensembles an den Tagen von Freitag bis Sonntag, 17. bis 19. Juni, auf einer Bühne auf dem Marienplatz uraufgeführt werden. Es handelt sich dabei um einen musikalischen Abend, dessen Lieder das Sehnen, Wünschen und Klagen, die guten und die vertagten Vorsätze der Bewohner im Stadtbezirk besingen. Denn das Volkstheater schaut dem Volk auf die Mäuler. Dazu muss man wissen, dass sich das Volkstheater zu einem guten Teil selbst aus dem Volk rekrutiert, engagierten und theaterinteressierten Menschen aus dem Quartier, die von Beruf Zahnmediziner, Pädagogen, Ingenieure, Fotografen, Altenpfleger oder sonst was sind. Die übrigen Ensemblemitglieder sind Theaterprofis – allen voran die künstlerischen Leiterinnen Tanja Krone und Nina Gühls­torff. Eine Regie im herkömmlichen Sinne gibt es nicht, das Ensemble sucht seine Themen gemeinsam, entscheidet zusammen über die Art ihrer Inszenierung und optischen Darbietung.

Der Ausgangspunkt war – wie bereits beim ersten Stück im vergangenen Jahr – die Lebenswelten der Leute im Bezirk, die es zu erforschen gilt. „Anfang und Ende“ lautet denn auch das Thema beim neuen Stück. Um es zu ergründen, haben sich die Ensemblemitglieder möglichst offene Fragen für die Menschen im Quartier ausgedacht – wie etwa: „Womit würdest Du gerne anfangen?“, „Wovon hast Du Dich zuletzt getrennt?“, „Wer sollte den Anfang machen?“ oder „Vor welchem Ende hast Du Angst?“

Ein politisch Interessierter denkt bei den Fragen vielleicht an den Klimawandel, an Konsumverhalten, an gesellschaftliche Solidarität oder an geopolitische Konflikte und antwortet global. Wer gerade versucht, mit dem Rauchen aufzuhören, sich von seinem Partner getrennt hat oder wegen der Pandemie unter Einsamkeit leidet, deutet die Fragen womöglich anders und antwortet in eher persönlicher Weise. Aus den Antworten entstehen derzeit die Liedtexte für den Musikabend – nicht wortwörtlich, eher den Ideen nach, erklärt Paula Kohlmann.

Wer Lust hat, kann sich übrigens ebenfalls zu „Anfang und Ende“ interviewen lassen. Man sendet dazu eine E-Mail an kontakt@theaterrampe.de und versieht sie mit dem Stichwort „Auf die Plätze“. Das Volkstheaterensemble bange und hoffe der Premiere im Juni entgegen – nicht bloß, um die eigene Arbeit zu präsentieren, sondern auch, weil es die Sehnsucht der Menschen spüre, so Paula Kohlmann: „Mit dem Liederabend wollen wir die Begegnung im öffentlichen Raum wieder ermöglichen“, sagt sie.

Allenthalben sei die Suche der Menschen nach Gemeinschaft spürbar. Leider genügt es in diesen Tagen nicht mehr, wenn das Wetter mitspielt, auch das Virus muss bis dahin an die Leine.

Endlich wieder Gemeinschaft erleben




Unsere Empfehlung für Sie