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Theater Tri-Bühne Stuttgart „Tag der Frauen“: Die Möglichkeit einer anderen Welt

Edith Koerber wagt mit ihrem neuen Stück „Tag der Frauen“ einen Blick in die Zukunft. Wer sich beim Personal auf der Bühne an Goethes „Stelle“ erinnert fühlt, täuscht sich indes nicht. Aber auch die Frauenrechtlerin Clara Zetkin spielt eine Rolle. Wenn die Vorhänge sich wieder heben dürfen, gibt es die Uraufführung.

Franziska Sophie Schneider, Sebastian Huber und Stefani Matkovic (von links) bei den Proben zu „Tag der Frauen“.  Foto: Veranstalter
Franziska Sophie Schneider, Sebastian Huber und Stefani Matkovic (von links) bei den Proben zu „Tag der Frauen“. Foto: Veranstalter
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Die Zukunft beginnt in der Vergangenheit. Das trifft auch auf das Theaterstück „Tag der Frauen“ zu, das Edith Koerber, die Intendantin des Theaters Tri-Bühne, geschrieben hat. Im Dezember hätte es uraufgeführt werden sollen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und an Aktualität wird es auch 2021 nichts eingebüßt haben, so viel steht fest.

Viele Quellen haben sie zu der Geschichte inspiriert, deren erster Akt am 8. März 2020, dem Weltfrauentag, spielt – der zweite ebenfalls am Weltfrauentag, aber 20 Jahre später. In „Tag der Frauen“ begegnen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Nicht von ungefähr erinnert die Kon­stellation von zwei Frauen, die unwissentlich denselben Mann lieben, an Johann Wolfgang von Goethes „Stella“ – die hätte Koerber eigentlich 2020 für den Kultursommer im Hof des Alten Schlosses inszeniert. Nun bildet die Dreiecksgeschichte in abgewandelter, aktualisierter Form das Grundgerüst für eine Handlung, in der es um mehr geht als um Zwischenmenschliches.

Die Welt neu denken

Wie könnte die Welt in 20 Jahren aussehen? Und welche Rolle könnten Frauen dabei spielen? Darüber hat Koerber sich Gedanken gemacht und von vielen Seiten Anregungen geholt. Maja Göpels Bestseller „Die Welt neu denken“ drückt schon eine Menge von dem aus, was Koerber am Herzen liegt. Das Aufhalten des Klimawandels und die Vision einer Welt, in welcher der entfesselte Kapitalismus nicht als alternativlos gilt. „Deshalb brauchen wir Theater, damit wir die Welt neu denken können“, sagt sie. „Es ist kein Denkzettel, sondern ein Denkbuch“. In „Tag der Frauen“ geht es nämlich nicht darum, ein düsteres Endzeit-Szenario zu zeichnen. Vielmehr wagt sie die Utopie, wie es sein könnte, wenn die Menschen die Zeichen der Zeit verstehen, das Steuer rechtzeitig herumreißen und bereits während der Krise den Wandel einleiten.

Weitere Inspirationen für Koerber lieferten der Film „Ökozid“ sowie Anne Webers „Annette – ein Heldinnenepos“, das im Frühjahr mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Nicht zuletzt ließ sie sich auch durch Silvia Federicis „Die Welt wieder verzaubern“ anregen.

Das von Goethe inspirierte und von Renáta Balogh ausgestattete Personal: Stella (Franziska Sophie Schneider), Cäcilie (Stefani Matkovic) und Fernando (Sebastian Huber). Eine zusätzliche Figur ist Klara, gespielt von Ute von Stockert. Die Ähnlichkeit ihres Vornamens mit dem von Clara Zetkin, der Politikerin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin, ist dabei nicht ganz zufällig. Zetkin gilt als prägende Initiatorin des Internationalen Frauentags, und es stand einmal zur Debatte, den heutigen Karlsplatz nach ihr zu benennen.

Welche Rolle spielen die Gefühle?

Wie könnte eine Welt aussehen, in der nicht mehr grenzenloses Wachstum als Maxime gilt? Und welche Rolle nehmen dabei die persönlichen Beziehungen ein? Gefühle wie Liebe und Eifersucht? In „Tag der Frauen“ werden Gedanken zu diesen und anderen Fragen humorvoll verhandelt. „Es geht darum, die Vorstellungskraft wachzuhalten, Entwürfe und Denk­ansätze für die Möglichkeit einer gerechteren und gesünderen Welt weiterzuentwickeln und sie zu verbreiten. Da spielen Theater und Literatur eine wichtige Rolle“, sagt Koerber.

„Tag der Frauen“: Termine, Infos und ein Videotrailer unter tri-buehne.de, 07 11 / 2 36 46 10